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Im deutschen Reich · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. 234

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Charlottenburg
Date
1904-04-01
Page
234 (sequence 2)
Language
German
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234 Im deutschen Reich. selben vergifteten Waffen kämpfen, ohne sich durch Hammersteins Beispiel warnen zu laffen. G Breslau, 4. April. Im festlich geschmückten Sitzungszimmer des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde Breslaus versammelten sich am 22. v. Mts. der Vorstand und die Repräsentanten, um die 25)jährige Amtstätigkeit bezw. Vorstandszugehörigkeit des Stadtrats Fedor Pringsheim (der seit Jahren dem Vorstande des Central-Vereins angehört) zu begehen. Eingeleitet wurde die Feierlichkeit vom Chor der Neuen Sunagoge mit einem Liede. Dann beglückwünschte Landgerichtsrat Wollstein den Jubilar im Namen des Mitvorstandes, Geheimer Justizrat vr. Freund im Namen des Nepräsentanten-Kollegiums und Rabbiner Dr. Rosenthal in dem der Religions-Genossenschaften. Seitens der beiden Gemeinde- Körperschaften wurde eine massiv silberne Ehrentafel mit Widmung feierlichst überreicht. Stadtrat Pringsheim dankte für die ihm entgegengebrachte Aufmerksamkeit und überreichte dem Vorstand und Repräsentanten-Kollegium sein lebensgroßes Bildnis. Mit dem Psalm: „Der Herr ist mein Hirt" erlangte der Festakt sein Ende. Am Abend veranstalteten die Gemeindekörperschaften in der Lessing-Loge ein Festessen, zu dem sämtliche Zweige der Verwaltungen geladen waren. Der Vorsitzende des hiesigen Anwaltsvereins, Justizrat Feige, veröffentlichte dieser Tage in der „Breslauer Zeitung" zwei Immediatgesuche, die unter dem Eindruck der Reichstagsverhandlungen in der ersten Hälfte des Märzmonats besonderes Interesse erregten. ' Das erste vom l0. Oktober v. Js. datierende Gesuch lautete: Ew. kaiserlichen und königlichen Majestät trage ich folgendes Gesuch vor: Mein ältester Sohn, Student der Rechte, Ernst Feige, hat vor wenigen Tagen bei dem Schlcs. Feldartillerie. Regiment Nr. 6 v. Peucker den Dienst als Einjahrig-Freiwilliger beendet. Die Beförderung zum Unteroffizier und die Befähigung zum Reserve-Offizier ist von ihm nicht erreicht worden, obwohl seine Führung tadellos war, und obwohl er seine Schuldigkeit in vollem Umfange getan hat, gleich seinen beförderten Kameraden. Aber er ist Jude. Ich empfinde diese Zurücksetzung um so schwerer, als ich selbst den Krieg gegen Frankreich mitgemacht, mir das eiserne Kreuz erworben habe und Offizier geworden bin. Der Stand, dem ich angehöre, und die Achtung, welche ich genieße, gestatten mir, meine Ehre derjenigen jedes anderen Vaters gleichzuachten, dessen Söhne der-Aufnahme in den Offiziersstand für würdig erachtet werden. Es wäre nutzlos, wenn ich mich an eine andere hochstehende Person als an Ew. kaiserl Majestät wenden wollte. Nur ein Wort Ew. Majestät vermag diesen

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