Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- R. H., Berlin
- Date
- 1904-03-01
- Page
- 185 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 18j „erleuchteten Männer" unbedingt nötig sind, darüber kann man nur dort zweifelhaft fein, wo man vielleicht auch zuweilen Leute „gerade um ihres sittlichen Tiefstandes" aus Gnaden erwählt hat. Paul C., Berlin. Trauen Sie uns wirklich zu, daß wir gegen die „bisher unbescholtenen" Herren Paul Bruhn und Paul Heinrich von der „Staatsbürger-Ztg." eine Anzeige wegen Lotterievergehens erstatten und ihnen zu einer Verurteilung „mit je fünf Mark" verhelfen würden? Paule, Du —- irrst! G. L., Berlin. Der frühere Reichstagsabg. Ahlwardt hat vor einigen Wochen in Berlin seine Hochzeit mit seiner früheren Wirtschafterin, der Tochter eines Schneidermeisters aus Zatten bei Woldenberg, gefeiert. Es beruht wohl auf Erfindung, daß ihm am Tage der Hochzeit als Glückwunsch telegraphiert wurde: „Vergönne Bruhn den Platz in Tegel jetzt und später in der Reichstagsstube, Tu felix Ahlwardt, nube!" Ch. M., Frankfurt a. O. Der Antisemiten-Moniteur hat das welterschütternde Ereignis aus Kriescht am Postumbach, Kreis Osisternberg, wie folgt, verkündet: Der verkaufte Judentempel. Wie uns aus Kriescht (Reumark) gemeldet wird, hat die dortige jüdische Gemeinde, nachdem fie bis auf zwei Familien zurückgegangen ist, ihren Tempel verkauft. Die Auflassung an den Maurermeister Junker ist erfolgt. Von den beiden noch übrig gebliebenen Judenfamilten wird die eine sich demnächst nach Meseritz begeben, und die andere wird wahrscheinlich auch in nächster Zeit den Krieschter Staub von den Füßen schütteln. Kriescht ist fortan also als judenfreier Platz sehr zu empfehlen." — Auf diese Empfehlung hin verlegt vielleicht Herr Hermann Laaß seinen „judenfreien Kölner* Hof" von Frankfurt a. M. nach Kriescht und setzt vielleicht Herr F. Sommer in der Friedrichstraße in Berlin seinen antisemitischen Gasten nicht mehr den Fratzenstuhl vor die Türe. A. H., Breslau. Aus Anlaß des zwanzigsten Siiftungstages des „Deutschen Antisemitismus," der bei „Rieprich* unter Teilnahme „Ihres Stadtverordneten" Stein festlich begangen wurde, verbrach die „Staatkbürger-Ztg." die Herausgabe eines Flugblattes, das mit einer „Beitrittserklärung" abschließt, über welcher das Uhlandsche Gedicht „An den Volksvertreter" und die Devise „Furchtlos und treu" steht, während nach der Beitrittserklärung sich die Worte finden: „Die Mitgliederliste wird geheimgehalten". Anzuerkennen ist, daß bei dem Gedicht der Name des furchtlosen Verfassers Uhland nicht vor der „geheimen" LrfitmDcrlurg fuhr. Auch in dem Leitartikel des Blattes wird zwar weidlich auf die Inden grsckr'vpft (die