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Im deutschen Reich · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. 174

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
[Ohne Titel]
Date
1904-03-01
Page
174 (sequence 2)
Language
German
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174 Hm deutschen Reich. Hause, jedes Stück unter dem Christbaume, das von Juden gekauft ist! Ehre aber dem, der die Seinen, seine Nächsten, nicht verläßt; Segen bringe jede noch so kleine Gabe, die Du bei ihnen kaufst'." -Kürzlich erhielten wir nachstehende Mitteilung des Herrn Ersten Amtsanwalts beim König!. Amtsgericht I Berlin: „Auf die von dem Herrn Ersten Staatsanwalt am Landgericht I hierselbst an mich zur weiteren Veranlassung abgegebene Anzeige vom 22. Dezember 1903 gereicht dem Verein hierdurch zum Bescheide, daß ich gegen den Redakteur und den Drucker der „Deutschen Hochwacht" und der „Weihnachtsbeilage" auf Grund des tz 360** des Strafgesetzbuches cinschreiten werde." jP|te ordentliche Mitglieder-Versammlung des Central- =?§& Vereins wurde am 22. Februar d. Js. im Saale des „Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde", Berlin W., Potsdamer-Straße 9, unter Teilnahme zahlreicher Gäste abgehalten. Der Vorsitzende des Central-Vereins-Vorstands, Herr Rechtsanwalt vr. M. Horwitz eröffnrte die Versammlung und erteilte dem hochverdienten Begründer der israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem, Herrn Konsul A. M. Simon aus Hannover, das Wort zu einem Vortrage über „die Erziehung zur Bodenkultur und zum Handwerk, eine soziale Frage." Der Redner erörterte die Frage der Berufswahl für die jüdische Jugend und wies in überzeugender Weise nach, daß die Aussichten für den Kleinhandel nur noch ganz geringe seien und, daß auch den akademischen Berufen oder dem Käufmannsstande nur solche Knaben zugeführt werden sollten, die dafür besonders veranlagt seien. Die Aussichten für den Handwerker würden gemeinhin unterschätzt; bei Fleiß, Ausdauer und Sparsamkeit und unter Benutzung der neuesten technischen Errungenschaften lasse sich im Handwerk auch heute noch Gutes erreichen, bei besonderer Geschicklichkeit im Kunst- ' Handwerk sogar bedeutender Wohlstand. Besondere Beachtung verdiene bei der Berufswahl die Bodenkultur, besonders der Gärtnerberuf well in diesem die Selbständigkeit durch Pachtung eines kleinen Stück Landes leicht zu erreichen sei. Die Bodenkultur erheische aber eine richtige Vorbildung und frühzeitige Erweckung der Neigung zu den bezüglichen Berufen. Diesem Zwecke diene die Israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover, deren System, Ledrziel und Erfolge in eingehender Weise dargelegt wurden. Der Vortragende streifte dann die Frage der Auswanderung und gab dabei der .Ansicht Ausdruck, daß als Grundlage zu jeder Kolonisation weniger das Land, als das Menschenmaterial in Betracht zu ziehen sei. Er forderte aber

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