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Im deutschen Reich · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. 171

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Leipzig
Date
1904-03-01
Page
171 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 171 aber auch die Revision der Nebenkläger gegen dasselbe Urteil, soweit durch dieses die Angeklagten Graf Pückter und Stenograph Schimmelpfennig der Beleidigung der Glogauer jüdischen Einwohner durch den Vorwurf eines am Grafen Pückler begangenen Gsstmordv-rsuches für nichtschuldig befunden wurden. Dessau, 1. März. Die hiesige Synagogen-Gemeinde beschloß, aus der unter ihrer Verwaltung stehenden „Baronin v. Cohn- Oppenheim-Stiftung" den katholischen Grauen Schwestern eine jährliche Unterstützung von 720 Mk. und der „Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Dessau" einen jährlichen Zuschuß von 3000 Mk. zu gewähren. # Darmstadt, 2. März. Hier ist von jüdischen Studenten eine neue Vere ngung begründet worden, welche den Namen „Akad. K. C. Stammtisch Viadrina" führt, und im Restaurant Fcrmhals ihre Kneipe hat. Diese Vereinigung bezweckt, an der hiesigen Hockschule unter den jüdischen Komilitonen deutscher Zunge den Geist zu pflegen, in dem die zahlreichen K. C. Verbindungen an anderen deutschen Hochschulen wirken. Es ist deshalb schon im Interesse unserer guten Sache, sowie im Interesse jedes Komilitonen, der an unserer Hochschule studieren will, daß er sich dieser Vereinigung anschließt. Abgesehen von der Annehmlichkeit, sofort in einen größeren Freundeskreis zu kommen und in naher Beziehung zu dem größten Verbände deutscher Akademiker jüdischen Glaubens zu stehen, bietet sich ihm auch dadurch Gelegenheit zu reger fachwissenschaftlicher Aussprache. Dies sollte auch die Eltern der jüdischen Komilitonen geneigt machen, ihre Söhne dieser Vereinigung sich anjchließen zu lassen, die das im akademischen Leben vertreten will, was der „Central-Verein" im bürgerlichen Leben erstrebt. In der hessischen Kammer verlas dieser Tage der Kammerpräsident Haas folgende von vierzehn Abgeordneten unterschriebene Interpellation: „Für die Linie Butzbach —Lich ist seinerzeit ein Staatsbeitrag von 20 000 Mk. pro Kilometer bewilligt worden. Nach umlaufenden Gerüchten soll der Abgeordnete, der seinerzeit für diese Linie lebhaft eingetreten ist, für die Pari-Unterbringung nicht börsengängiger Prioritäten bei den beteiligten Gemeinden eine Provision von - 33 000 Mk. von dem Betriebsunternehmer erhalten haben. Wäre das Gerücht wahr, so würde das zeigen, daß der Staatszuschuß ohne Notwendigkeit bewilligt worden wäre. Wir fragen daher an, was der großherzoglichen Regierung über diese Angelegenheit bekannt ist." Der betreffende Abgeordnete ist der Vertreter des Kreises Butzbach, Bürgermeister a. D. Joutz,

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