Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- Magdeburg
- Date
- 1904-03-01
- Page
- 166 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Fm deutschen Reich. 15. Februar 1898 angehörte, wird diesem hochverehrten Mitgliede stets ein treues Gedenken bewahren. co Breslau, 1. März. Die „Breslauer Ztg." berichtet: „Am 20. Geburtstage des Deutschen Antisemitenbundes, der bei „Rieprich" in Berlin gefeiert wurde, trat auch Stadtverordneter Stein- Breslau als Redner auf. In der „Staatsbürger-Ztg." lesen wir darüber: „Als früherer Mitkämpfer aus der Berliner Bewegung über, brachte darauf Herr Stadtverordneter Stein-Breslau die Grüße kr dortigen Gesinnungsgenossen. In Breslau habe es die Mittelstands. Partei fertig bekommen, in die herrschende liberale Stadtverordnetenmehrheit Bresche zu legen und dem Oberbürgermeister Bender, der ein erklärter Freund der Warenhausjuden sei, ganz energisch entgegenzutreten." — Dieser rhetorische Erguß sieht dem Stadtverordneten Stein ähnlich. Wir haben ihn nie höher eirrgeschätzt." Königshütte O.-Schl., 1. März. „Die Stadt betrauert in dem Verstorbenen einen ihrer treuesten Bürger." Mit diesen Worten schloß der Nachruf, den die hiesigen städtischen Körperschaften den am 7. v. Mts. im Alter von fast 70 Jahren verstorbenen Rentier David Proskauer widmeten. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 10. v. Mts. feierte der stellvertretende Vorsteher, ein als Zentrumsführer bekannter Arzt, den Verstorbenen, der 20 Jahre hindurch dem Kollegium angehökt hatte, als einen Mann, welcher jederzeit ohne Rücksicht auf Vorteil oder Nachteil für das als wahr Erkannte mit Energie eingetreten sei. Dabei war David Proskauer ein bescheidener Mann, einfach in Erscheinung und Lebensführung, ein Mann, der sich niemals hervordrängte, aber in stiller Arbeit unablässig für das Wohl sowohl seiner politischen Gemeinde, als auch für den engern Verband seiner Glaubensgenossen tätig gewesen ist. Die Ehrungen, nach denen der Lebende niemals gestrebt hat und die jetzt dem Verstorbenen erwiesen wurden, zeigen, daß die Wogen des Antisemitismus an dem Felsen männlicher Tugend und Charakterfestigkeit zerstieben. Bojanowo, 2. März. Dem Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herrn Meier Miodowski, der wiederum zum Vorsteher der hiesigen Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde, sind aus Anlaß feiner 25 jährigen Zugehörigkeit zum Stadtverordnetenkollegium seitens der städtischen Behörden besondere Ehrungen erwiesen worden. O Danzig, 1. März. Seit, einigen Tagen ist die neunzehnjährige Johanna Erdmann, Tochter des hiesigen Schloffermeifters Erdmann, spurlos verschwunden. In gewissen Kreisen spricht man hier schon wieder von Ritualmord und einem zweiten „Könitz"; wenn