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Im deutschen Reich · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. 165

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Berlin
Date
1904-03-01
Page
165 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen. 165 Ad. Dewald an den Folgen eines schweren Nierenleidens. Die „Staatsbürger-Ztg." berichtet von ihrem entschlafenen fanatischen Anhänger: „Seine Buchhandlung in der Markarafenstraße, die er später nach der Krausenstraße und dann nach der Friedrichstraße verlegte, stand lange Zeit im Mittelpunkt der antisemitischen Bewegung und hat befruchtend und fördernd gewilkt. Der Tod hat seine Beute erhalten, das Andenken des Verstorbenen aber, der durch die Lauterkeit seines Charakters, durch einen edlen Sinn, durch ein Harmloses, treues Gemüt, sowie durch große Anspruchslosigkeit sich in hervorragendem Maße auszeichnete, wird fortleben und in Ehren erhalten bleiben". — Als der Urheber und Verbreiter der schauderhaften „Schächtpostkarten" und ähnlicher aufreizender Machwerke, die für „sein harmloses Gemüt, seinen edlen Sinn und lauteren Cbarakter" charakteristisch genug sind, hat sich Gustav Ad. Dewald tatsächlich ein dauerndes Gedächtnis in der Geschichte der von ihm „befruchteten" antisemitischen Bewegung gesichert. & Pankow, 1. März. Die Königliche Regierung zu Potsdam hat die einstimmig erfolgte Wahl des Herrn Sanitätsrat Dr. Max Schäfer zum Mitgliede der Ortsschulkommisnon bestätigt. Obgleich unter den 25 000 Einwohnern Pankows sich nur sehr wenige Juden befinden, hat es der hier bestehende „Deutsche Reformverein" nicht verhindern kö/.nen, daß mehrere Juden (die Herren Prof. Dr. Mendel Sanitätsrat Dr. Schäfer, Waisenhausdirektor Grunwald und Dr. med. Fischer) kommunale Ehrenämter bekleiden. + §aüe a. S., 3. März. An bem hier bestehenden antisemitischen Wochenblatt „Die Hallesche Reform" können weder die Gegner noch die Freunde der antisemitischen Bewegung Freude haben. Es hat geringe Verbreitung und als weitere Folge hiervon wenig Anzeigen. In einer der letzten Nummern nun findet sich folgender drohender Notschrei: „Die christliche Geschäftswelt ermahnen wir an ihre Pflicht, die „Hallesche Reform" mit Geschäfts-Anzeigen zu unterstützen. Sehen wir nicht bald ein Entgegenkommen, dann sind wir zu Gegenmitteln zu greifen gezwungen." — Auf diese Gegenmittel kann man begierig sein? & Magdeburg, 2. März. Nach schweren Leiden entschlief hier heute Vormittag im 67. Lebensjahre Herr Rabbiner Dr. Moritz Rahmer, der 37 Jahre hindurch in der hiesigen Synagogengemeinde amtiert und nicht nur als Prediger, Gelehrter und SchrWeller sich großes Ansehen verschafft, sondern auch durch eine langjährige Tätigkeit als Stadtverordneter sich um die städtischen Angelegenheiten verdient gemacht hat. Unser Verein, dem der Dahingeschiedene seit dem

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