Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- P. S., Berlin
- Date
- 1904-02-01
- Page
- 123 (sequence 1)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. m P. S., Berlin. Was „Euphemismus" ist? Eine beschönigende ''Ausdrucksweise, deren sich z. B. der hiesige „Antisenüten-Moniteur" befleißigt, wenn er auf die Anfrage eines Herrn D. G.f Berlin S.f nach dem jetzt unsichtbaren Herausgeber jenes Blattes erwidert: „Herr Reichstagsabgeordneter Bruhn ist zur Zeit in Tegel unabkömmlich." K. M.. Berlin. In einer „Isegrim, Prinz und Fee" iiberschriebenen Notiz rechnet die „Staalsbürger-Ztg." wegen einer die Hofopernsängerin Farrar betreffenden Angelegenheit mit der „Welt am Montag" ab, wirft diesem Blatte „Lalmudische Verdrehungskunst" vor und fügt dem hinzu: „Das eine mögen sich aber die Herren Korn und Genoffen merken, daß man bei uns zu Lande nicht ungestraft in so leichtfertiger Weise die weibliche Ehre einer Dame angreift." Das weiß die „Staatsbürger-Zeitung" aus eigener Erfahrung, da sie sich nach Beleidigung einer berühmten Schauspielerin gegen den Ehrentitel „Journal de chantage“ wehren mußte. B. M., Berlin. Die Mitteilung der „Staatsbürger.Ztg.", daß „eine Eingabe des Central-Vereins der Juden genügt habe", der jüdischen Lehrerbildungsanstalt die Berechtigung zur Ausstellung von Zeugnissen für den einjährig-freiwilligen Militärdienst zu verschaffen, ist unrichtig. O. K., Berlin. Ein bekannter antisemitischer Lebemann, Baron de Malroy, ließ kürzlich in einem eleganten Pariser Restaurant den Ruf ertönen „Nieder mit den Juden" und erhielt unmittelbar darauf von dem anwesenden jüdischen Hauptmann Levy eine schallende Ohrfeige. Die Folge war ein Zweikampf, bei dem Levy durch einen Degenstich am Handgelenk leicht verletzt wurde. Hoffentlich bleibt dadurch die Gelenkigkeit seiner Hand für ähnliche künftige Fälle unvermindert. Berlin. Ein Vereinsmitglied interessiert sich für die Frage, ob in einer Landsmannschaft jüdische Studenten aktiv sind. Ist einem unserer Leser etwas hierüber bekannt? S. S., Posen. Wie der .deutsch-nationale Handlungs- Gehilfen-Verband" im Fahrwasser der antisemitischen Parteien segelt, zeigte die dieser Tage im Wahlverbande der deutsch-sozialen Partei von Herrn Hoffmann abgegebene Versicherung, daß der Verband mit allen Kräften bestrebt sein werde, dafür zu sorgen, daß der antisemitische Kandidat, für den Eschwege-Schmalkalden-Kreis, der Hamburger Maler Fr. Raab in den Reichstag einziehe. K. L., Wien. Ueber die in Ungarn erfolgte Baronisterung des jüdischen Großindustriellen Peter Herczog de Esete schrieb die „Staatsbürger-Zeitung": „Er besitzt „Tabakseinlösungen", also ein