Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- M. S., Karlsruhe
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 59 (sequence 1)
- Language
- German
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Bücherschau. .59 M. S., Karlsruhe. Das dortige Mitglied des „Deutschen Volksbundes", W. Maasdorf aus Rüppurr, welches am 8. Dezbr. in der Ortsgruppe Karlsruhe des „Deutsch - nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes" einen Vortrag über das Thema: „Wie wird der Deutsche deutsch?* hielt, ist tatsächlich mit dem exaltierten Gärtnergehilfen W. Maasdorf identisch, der vor wenigen Jahren sich in Schwerin i. M. durch agitatorisches antisemitisches Treiben unliebsam bemerkbar und in seiner damaligen Stellung unmöglich machte. <2% Kücherscha«. Tic russischen Juden. Vernichtung oder Befreiung? Don Leo Errera, Professor an der Universität Brüssel. Mit einem einleitenden Briefe von Th. Mommsen und einem Bericht des Verfassers über die Vorgänge in Kischinew 1903. Autorisierte deutsche Ausgabe. Leipziger Verlag von Schulze & Co. 1903. Es ist gerade ein Jahrzehnt her, dass der große Gelehrte, dessen Verlust mit uns die ganze wissenschaftliche.Delt betrauert, einer früheren Auflage des oben genannten Buches einige Geleitworte auf den Weg gegeben hat, in denen es u. a. heißt: „Es ist Pflicht, nicht an der armen Menschheit zu verzweifeln. Aber diese Pflicht wird immer schwieriger." Um wie viel schwieriger wird sie uns heut, nachdem wir die Tage von Kischinew und Homel erlebt haben. Für den, der sich überwinden kann, all das Grausige zu lesen, was Vers, im Eingang seines Buches nach zuverlässigen Quellen über die Vorgänge in Kischinew berichtet, gehört wahrlich ein unerschütterlicher Optimismus dazu, an der Menschheit nicht zu verzweifeln. — Nachdem Derf. diese Berichte der neuen Ausgabe feines Buches vorausgeschickt hat, gibt er in der Einleitung den geschichtlichen Nachweis, daß die Juden, die heut in Rußlaud als Fremde gedruckt und verfolgt, verjagt und erschlagen werden, ältere Bewohner des Landes sind als ihre Peiniger. Seit dem 14. Jahrhundert wohnten sie in den Städten Polens und Weißruß. lands, und durch das erobernde Vordringen der Russen im 18. Jahrhundert wurden sie russische Untertanen. Und wie hat der neue Besitzer, der durch Waffengewalt oder durch Bestechungen und diplo-