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Im deutschen Reich · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. 45

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
London
Date
1904-01-01
Page
45 (sequence 2)
Language
German
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Veretnsnachrichten. 45 Forschungsreise, begiebt sich dieser Tage Dr. Charles Singer über Marseille nach Abessinien. Dr. Singer, der eist 27 Jahr alt ist, betrieb in Oxford besonders zoologische Studien und dankt seine jetzige Berufung hauptsächlich dem Umstand, daß er Naturforscher ist. Von feinem Vater, der Oberrabbiner in der neuen Synagoge im Westende Londons ist, hat man in den letzten Monaten oft gehört, da er dem Schriftsteller Zangnill gegenüber die Ansicht verfocht, daß die in England ansässigen Hebräer „jüdische Engländer" und nicht „englische Juden" seien. Reremsnachrlchten. Unter dem Vorsitz des Herrn Rechtsanwalts Poppelauer, welcher an Stelle des nach Berlin W. verzogenen Herrn Dr. Josef Lewy die Leitung der vereinigten Gruppen 8., 80: und 0. übernommen hat, hielt diese aufblühcnde Berliner Dereinsgruppe am U. Dezember v. I. im „Berliner Clubhause", Ohmstraße 2, eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in welcher Herr Schriftsteller Dt*. Carl Pinn in fesselnder Weise über „Die Romantik des jüdischen Martyriums" sprach. Anknüpf-nd an interessante Aeußerungen Schleidens über die tiefe Tragik dieser jüdischen „Romantik" ließ der Vortragende auf Grund eines reichen geschichtlichen Materials vor dem geistigen Auge der Hörer die unendlich lange Reihe jener Edlen vorüberziehen, die im Laufe von Jahrtausenden unter Martern und in bitterer Todesnot das Leben dahingaben, um nicht ihre religiöse Ueberzeugung zu verleugnen. In einer Zeit, in der so manche nur wegen geringer materiellen Vorteile oder zur Befriedigung ihres Ehrgeizes diese Ueberzeugung opfern, sich durch Untreue und Fahnenflucht beflecken und die teuersten Familienbande lösen, ist es sicher dankenswert, an das Heldentum der Ahnen erinnert zu werden, die freudig in den Tod gingen, weil sie von der Hoffnung

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