Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- München
- Date
- 1904-01-01
- Page
- 43 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 43 antisemitisch zetern könne. In einer späteren Sitzung der 2. Kammer des bayerischen Landtages berührte aber der Abg. Gäch die Tätigkeit des Abg. l)r.Heim, warf ihm dabei vor, dah er als Reallehrer das ganze Jahr Zu Hause keine Schule halte und durch seine Verbindung mit allerhand industriellen Unternehmungen trotz seiner antisemitischen Aeußenmgen sich als ein „Obercohn" erweise. Dr. Heim hat darauf seinen Gegner aufgefordert, seine Verdächtigungen außerhalb der Kammer zu beweisen, wenn er nicht als „Ehrabschneider" gelten wolle. Die Zentrumsblätter bezeichnen die Behauptungen Gächs mit Ausnahme derjenigen über den Gehaltsbezug Heims von den Genossenschaften als unwahr. Bekanntlich hat gerade Heim das Meiste zu der Zurückdrängung der Juden getan nnd es wird leider sein Antrag auf Verminderung der jüdischen richterlichen Beamten nur zu peinlich durchgeführt. Die Zentrums-Fraktion ist sogar so weit gegangen, den Justizminister im Finanzausschüsse über die Beschlagnahme der Osterneder'schen Ritualmord-Ansichtskarte zu interpellieren. Der Minister wies dies aber mit der Bemerkung zurück, daß er sich über diese Sache nicht äußern könne, da die Untersuchung im Gange sri. X Nürnberg, 2. Januar. Ueber die Beerdigung eines treuen CenrralrVereins'Mitgliedes berichtet heute der „Fränkische Kurier": „Unter sehr großer Beteiligung fand gestern auf dem israelitischen Friedhofe die Beerdigung des Kaufmanns und Königlichen Handelsrichters Martin Fechheimer statt. Rach der Rede des Rabbiners Ur. Ziemlich, welcker die Charaktereigenschaften des Verstorbenen lobend hervorhob, nahm Landgenchtspräsident Heimerich das Wort, um namens der Richterbcamten des Landesgerichts einen Kranz auf die Bahre des Mannes niederzulegen, der 21 Jahre hindurch die Stelle eines Handelsrichters bekleidet habe. Der Redner zollte der Tüchtigkeit, der Erfahrung und dem Pflichteifer des Verstorbenen volle Anerkennung. Namens der israelitischen Kultusgemeinde, deren Verwaltung der Dahingeschiedene fast 40 Jahre angehörte, sprach Kaufmann Jung, namens der Loge zur Einigkeit Kaufmann Widerspick." M. B. Chaux de fonds, 2. Januar. Der hiesigen Zeitschrift „L’Impartial“ wird aus Tunis berichtet: Am 1l. Dezember wurde hier rm Alter von 77 Jahren der Israelit Moses L^vy begraben, ein in Gibraltar geborener englischer Staatsangehöriger, der in frühester Jugend nach Tunis gezogen war. Hier nahm er später eine so hervorragende Stellung ein, dah er 1870, als die Gläubiger der Beys einen Finanzausschuß begründeten, als englischer Delegierter gewählt und mit dem Amt des Kassierers betraut wurde. Zu seinem Lobe erzählt man folgende Tatsache: „Als die Kommission im Oktober 1874