Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- K. P., Breslau
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 749 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 749 Schulrats, welcher keinen Grund einzuschreiten fand, weil die Erklärung des Lehrers, er habe nur gesagt, „die Juden feien wie die Phönizier ein Handelsvolk" vielleicht auch, „daß sie durch den Handel große Reichtümer erworben hätten", von einigen Schülern bestätigt wurde. Damit war die Sache abgetan, in der von unserer Seite nicht das Geringste veranlaßt worden ist. C. P., Beuthen. In unserm Bericht über die Simon Cohnsiche Stiftung für das Kreuzburger Gymnasium hat sich ein Irrtum eingeschlichen. Herr Geh. Kommerzienrat Simon Cohn hat zum Bau des genannten Gymnasiums nicht nur 29 000, sondern 90 000 Mark und später weitere 20 000 Mark, also zusammen 110 000 Mark gestiftet. M. C., Posen. Die von der „Posener Zeitung" dem „Israel. Familien-Blatt" entnommene Mitteilung, daß ein Jude zum Generalmajor der bayerischen Armee ernannt worden, und daß dessen Sohn Major in der bayerischen Armee und Hofmarschall des Prinzen Arnulf sei, ist unbegründet. Prinz Arnulf hat gar keinen Hosmarschall; sein persönlicher Adjutant, Major von Pflaum, ist kein Jude. Auch der jetzige Generalmajor Friedrich von Pflaum, bisher Regiments- Kommandeur in Augsburg, bekennt sich nicht zum Judentum. Davon, daß in Bayern in letzter Zeit mehrfach Juden zu aktiven Offizieren ernannt und mehrere Offiziere jüdischen Glaubens befördert wurden, ist in München auch nichts bekannt. K. M., Danzig. Nach der „Danziger Zeitung" vom 27. November hat Herr von Gartmann-Hoffftädt in einem Vorträge über das Unfall-Versicherungsgesetz wörtlich gesagt: „Er sehe nicht ein, warum die Cohn und Rosenberg, Ritter und Blumenfeld, die die „koscheren Groschen für das Getreide" nehmen, nicht zu den Kosten beitragen sollen. „Mauschel brauche nicht immer oben" zu sein, „Mansche! könne auch mal mit an diesem Strang ziehen". — Ungefähr sagt das Graf Pückler auch, nur mit ein bischen anderen Worten: E. C., Königsberg. In der Petersburger „Nowaja Wrernja" veröffentlicht ein Literaturhistoriker. Nikolaus Engelhardt, eine Studie über den „jüdischen Geist" und behauptet darin, daß dieser Geist schon im Mittelalter Zersetzend auf die arische Kultur gewirkt habe, diese aber feit der Durchbrechung der Ghettoschranke vollständig überflute. Der jüdische Geist leugne ziemlich alles, fei ein Feind jeglicher Autorität und der Bahnbrecher des Anarchismus; deshalb müsse der verderbliche Einfluß des jüdischen Geistes nachdrücklich abgewehrt werden. Herrn Engelhardt scheint es ebensowenig bekannt