Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1903-12-01 · Heft 12 (Dezember 1903) · p. 747

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 12 (Dezember 1903)
Article
F. S., Berlin
Date
1903-12-01
Page
747 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316701-2316713--11899-2332623
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Briefkasten der Redaktion. 747 liebte seines ho Jahre alten Vaters tötlich mißhandelt habe. Wäre der Bericht in allen Einzelheiten zutreffend, dann hätten andere polnische Blätter längst weiteres darüber mitgeteilt; denn schwere jüdische Delikte sind so selten, daß sich die judenfeindlichen Organe ihrer mit Heißhunger bemächtigen. Sollte trotzdem etwas an der Geschichte sein, dann verdienen die jüdischen Mch'etäter mit den christlichen Bürgern von Siegers, welche einen unschuldigen jüdischen Handwerker in dem Wahlkreise Böcklers mit Stöcken totgeschlagen haben, an demselben Pranger zu stehen. G. C., Berlin. Unter der Ueberschrift: „Ein Warenhaus- Offizier wird gesucht!" schreibt die „Staatsbürger-Zeitung": „Wir besprachen kürzlich den Fall, daß sich ein Offizier in einem hiesigen Bazar die Warenhaus-Schokolade recht gut hatte schmecken lassen, und somit die preußische Uniform dem Warenhäusler zur Reklame gedient hatte. Leider wurde damals versäumt, die Adresse dieses Offiziers festzustellen. Wir können ihm jetzt ein Warenhaus Nachweisen, wo laut Anschlag einige Tage lang im Erfrischungsraum die „Tasse Kaffee mit Torte" für 10 Pf. verabfolgt wird. Uebrigens haben sich mehrere Freunde unseres Blattes erboten, während dieser Extra- Torten-Tage den Erfrischungsraum des betreffenden Bazars ein wenig im Auge zu behalten, um festzustellen, ob es noch mehr Warenhaus- Offiziere oder sonst bekannte Persönlichkeiten gibt, die so praktischen Sinnes sind, daß sie sich von den Bazargroschen eines Juden freihalten lassen. Man könnte für solche „Notleidende" vielleicht eine öffentliche Sammlung veranstalten." — Vielleicht soll zum Danke für die Kollekte der „Staatsbürger-Zeitung" der arme Offizier dann diesem Blatte zur Reklame dienen. Seine Sucht uach Reklame ist offenbar weit größer als seine Achtung vor dem Offizierstande. R. L., Berlin. Wenn der Herausgeber des „Lokal-Anzeigers" der bekanntlich weder Jude noch jüdischer Abstammung ist, von den meisten Antisemitenblättern sehr heftig angegriffen wird, so ist wohl Zunächst der Jnseraten-Hunger jener Presse der Beweggrund. Die von Hans von Mosch herausgegebene „Deutsche Hochwacht" äußert sich besonders empört über den neuen Volkslieder-Wettbewerb. Sie schreibt: „Wer am meisten Hefte kauft, kommt in die erste Klasse. 'Run müssen alle Juden heran und kaufen. Wenn Z. B. der Central- Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, ferner der Abwehrverein, die Gesellschaft der Freunde, diese und jene Loge, ferner'einzelne reiche Juden (es soll ja solche geben) je einige tausend Hefte aufen, haben die Juden im Handumdrehen 50 000 Stimmen! Die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.