Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- B. G., Berlin
- Date
- 1903-12-01
- Page
- 746 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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7415 Fm deutschen Reich. Briefkasten der Redaktion. V. G., Berlin. Die Konfessionalisierung aller Verhältnisse ist derartig in der Zunahme begriffen, daß selbst NLchLjuden anfangen, das Bedenkliche dieser neuzeitlichen Erscheinung in Erwägung zu ziehen. Ein Münchener Blatt schrieb dieser Tage: „Die „Oesterreichisch - bayerische Korrespondenz" t Herausgeber A. Schmalir in München) beabsichtigt, ein Reiseadreßbuch herauszugeben, welches die Namen derjenigen Hotels, Pensionen, Restaurants, Cafes ec. veröffentlichen wird, welche Katholiken, insbesondere dem katholischen Klerus, zum Besuch empfohlen werden^können. Man wird dem geplanten Unternehmen zugut halten, daß man aus diesem Gebiete von protestantischer Seite vorangegangen ist, trotzdem wird man lebhaft bedauern müssen, daß der Gedanke nun auch von katholischer Seite ausgegriffen wird. Der konfessionelle Friede wird dadurch keine Förderung erfahren." L. S., Berlin. Der Hinweis der agrarischen „Deutschen Tageszeitung" darauf, daß die antisemitische Partei im Reichstage schwerlich wieder als Fraktion erscheinen werde, hat das Blatt des Herrn Bruhn in große Aufregung versetzt. Es sagt: „Die „Deutsche Tageszeitung" gibt den Deutschsozialen den Rat: Schließt euch nicht wieder mit den Reformern zusammen, und auch die Herren Krösell und Frölich, ebenso wie die Christlich-Sozialen, werden freundlichste gebeten, nur ja nicht sich dem ganzen anzuschließen, sondern hübsch getrennt zu bleiben, damit die Antisemiten doch nur ja nicht die Rechte einer Fraktion erhalten. Der Ratschlag ist nicht übel, Mephisto hätte es nicht bester machen können. Wir sind neugierig, zu erfahren, welche Wirkung dieser wohlgemeinte Rat ausüben wird." — Wir auch! F. S., Berlin. Wir sind nicht in der Lage, zu ermitteln, ob etwas Wahres an der von dem „Dziennik Poznanski" erzählten grausigen Geschichte ist, daß in dem russisch-polnischen Orte der jüdische Kantor Jose! Gajal mit einigen Genossen die christliche Ge-