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Im deutschen Reich · 1903-12-01 · Heft 12 (Dezember 1903) · p. 735

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 12 (Dezember 1903)
Article
Konitz
Date
1903-12-01
Page
735 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Korrespondenzen. 735 Komtz, 2. Dezember. Wie die „Ostd. Tagesztg." berichtet, ist der Kreisschulinspektor Rohde in Könitz in gleicher Eigenschaft zum 1. Januar 1904 nach Sullenschin, Kreis Carthaus, versetzt. G Bonn. 1. Dezember. Bei dem Rektorats-Essen, das hier am 21. v. Mts staltfand, hielt der Kurator von RotLenburg eine Rede, in der er u. a. sagte: Bon verschiedenen Seiten werde die Forderung erhoben, daß die Volksschule streng konsessionell gestaltet werde. Zur Begründung dessen weise man darauf hin,, daß bei uns der Materialismus den Idealismus verdränge und knüpfe daran die Behauptung, nur die Religion vermöge diesem Prozeß moralischer Degeneration Einhalt zu gebieten. Wenn das richtig sein solle, müsse der Katholik weiter behaupten, daß dasjenige Element in der christlichen Religion, das erzieherisch in der Richtung des Idealismus wirkt, in den spezifisch katholischen Dogmen enthalten sei. Der Protestant müsse dasselbe von den spezifisch protestantischen Dogmen sagen, die Wissenschaft aber diese Argumentation verwerfen. Die stärksten erzieherischen Momente unserer Religion liegen in deren erhabenen Moral; diese ist gleich für Katholiken und Protestanten. Eine konfessionelle Erziehung müsse gerade das Gegenteil dessen bewirken, was sie zu bewirken suche. Sperre man das katholische Kind von seinen protestantischen Genossen ab, so erzeuge man in ihm notwendig die Vorstellung, als ob die Protestanten aus einem anderen Stoffe gemacht seien, vor dessen Berührung man sich zur Vermeidung einer gefährlichen Infektion hüten müsse. Nur in der Simultanschule lasse sich Gehorsam gegen das idealische Gebot der Nächstenliebe an erziehen, nur dort sei das Vorurteil zu bekämpfen, als wären Protestanten und Katholiken aus verschiedenem Teig gebacken. Darum sei auch die Absonderung in konfessionellen Schulen, Convicten, Seminaren u. s. w. zu verwerfen. Es ist bedauerlich, daß Herr von Rottenburg es nicht auch als wünschenswert bezeichnet hat, das Vorurteil zu bekämpfen, „als wären Christen und Juden aus verschiedenem Leig gebacken", als hätte „das idealische Gebot der Nächstenliebe", das zuerst im Buch Mose der Menschheit gelehrt wurde, nicht für alle Menschen gleiche Bedeutung. Frankfurt a. Main, 2. Dezember. Nach dem nun feststehenden Programm für die Feier des hundertjährigen Bestehens des Philanthropins in Frankfurt a. M. wird am Donnerstag, den 14. April 1904 vormittags, eine akademische-Feier staltfinden, der am Nachmittage eine Festaufführung, veranstaltet von jetzigen und früheren Schülern und Schülerinnen der Anstalt, folgen wird. Nachfeiern in Gestalt von turnerischen Darbietungen, sowie Veranstaltungen ge-

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