Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 11 (November 1903)
- Article
- Dresden
- Date
- 1903-11-01
- Page
- 675 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 675 zu haben. Da Du. Böckel darauf in der „Post" erwiderte, daß Zimmermann ihm Geld angeboten habe, veröffentlicht Zimmermann in seinem früheren hiesigen Organ, der „Deutschen Wacht" und in der „Staatsbürger-Zeitung" folgende Entgegnung: „Die Erklärung des Herrn Du. Böckel in Nr. 501 der „Post" nötigt mich zu der nochmaligen Feststellung, daß das, was ich auf dem Parteitage der Reform- Partei in Berlin wegen der Wahl in Marburg vorbrachte, durch Briefe und Zeugnisse erhärtet ist. Wenn ich in einem Briefe nach Dr. Böckels Behauptung ihm „Geld anbot", so geschah es doch ausschließlich, wie der.Wortlaut des Briefes ergibt, zur selbstverständlichen Deckung seiner Unkosten, falls er im Kreise agitatorisch eingreifen wollte, nicht für andere Zwecke. Daß ich in der Vergangenheit Freund und Mitkämpfer Dr. Böckels gewesen bin, ist im Parteileben zur Genüge bekannt. Noch während des Wahlkampfes 1903 hätte ich Herrn Dr. Böckel nimmer zugetraut, was während des letzten Parteitages ein Freund von ihm schriftlich bestätigte: daß nämlich Herr Dr. Böckel aus die Anfrage eines Vertrauensmannes, wer im Marburger Kreise gewählt werden solle, in seiner Antwort den konservativen Kandidaten Herrn v. Pappenheim, nicht den antisemitischen Bewerber empfohlen hat." — Eine seine Gesellschaft! X Freiberg i. T., 2. November. In diesem Jahre wurde hier zum ersten Male während der jüdischen Feiertage Gottesdienst abgehalten. Während bisher die hiesigen jüdischen Familien nach Dresden oder Chemnitz reisen mußten, ist es in diesem Jahre den vielfachen Bemühungen unseres Vereinsmitgliedes, N. Wangenheim gelungen, mit dankenswerter Unterstützung der Dresdener jüdischen Gemeinde einen erhebenden Gottesdienst zu veranstalten, an welchem nicht nur die ansässigen Familien, sondern auch eine größere Anzahl hier weilender jüdischer Studenten teilnahmen. Weimar, 2. November. Im hiesigen Stadthaussaale hielt dieser Tage der Redakteur Schäfer aus Berlin einen Vortrag über „die Schäden der Warenhäuser." „Juden, Sozialdemokraten und Warenhausangestellte" hatten keinen Zutritt, wie am Eingang des Saales angeheftete Zettel verkündeten. Ueber diesen Vortrag äußerte sich die hiesige Zeitung „Deutschland" wie folgt: „Der Ton, in dem der Vortrag gehalten wurde, war nicht der, wie man ihn sonst in unserem, von dem Redner so oft betonten klassischen Weimar zu hören gewohnt ist. Wir glauben nicht, daß der von ihm verfochtenen Sache mit Ausdrücken, wie: „Räuberhöhle, „wissentlicher Betrugt, „Schandtat", „unverschämte Spekulation", „freisinniger und liberaler Phrasen-