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Im deutschen Reich · 1903-10-01 · Heft 10 (Oktober 1903) · p. 607

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 10 (Oktober 1903)
Article
S. St., Berlin
Date
1903-10-01
Page
607 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 607 einer eventuellen Entziehung derselben für den Fall mangelnden Entgegenkommens seitens der Redaktion verblümt gedroht worden \dt in ein neues Stadium gelangt. Dieses erachtet die „Staatsbürger- Ztg." als günstig, sich in einem „Der Jnseratenhunger des Herrn Scherl" überschriebenen Artikel über das an hiesige Rechtsanwälte gerichtete Ersuchen des Jnseraten-Bureaus des Lokal-Anzeigers, die Gerichtsvollzieher zum Inserieren der Versteigerungen im Lokal-Anzeiger zu veranlassen, höchst entrüstet zu äußern. Der langatmige Artikel schließt mir folgenden Sätzen: „Herr Scherl hat übrigens in diesem Trick schon einen Vorgänger in Gestalt des „Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" gefunden. Dieser hat es nämlich versucht, den Berliner Rechtsanwaltsstand vor den jüdischen Jnteressenkarren zu spannen. Er hat, wie erinnerlich, den Rechtsanwälten Zettel geliefert zum Einträgen in die Akten, in denen eine Zeitung, die nicht dem Judentum willfährig ist, boykottiert werden sollte. Die Sache hat, wie wir zu unserem Bedauern feststellen müssen, einen gewissen Erfolg gehabt. Es scheinen sich einige Herren den jüdrschen Wünschen willfähriger gezeigt zu haben, als dies nach unserer Meinung angemessen gewesen wäre. Herr Scherl hat sich die Machenschaften des jüdischen Denunziantenvereins schleunigst zu eigen gemacht, und das, was jener mit den Zettelchen zu erreichen suchte, will Herr Scherl jetzt mit seinem Gummistempel erzielen». Das eine ist genau so unzulässig wie, das andere. Wir erwarten, daß an zuständiger Stelle diesem Unfug Einhalt getan wird." — Der von uns angeblich verübte „Unfug" besteht darin, daß wir das angestrebt haben, was die „Staatsbürger Ztg." in demselben Artikel selbst als richtig betont: „Ueber das Blatt, in dem diese Versteigerungsanzeigen vorzunehmen sind, entscheidet Zunächst der Gerichtsvollzieher nach eigenem Ermessen, und rwar hat er pflichtgemäß zu prüfen, in welchem Blatte das Angebot der zur Versteigerung kommenden ,Ge genstände die meiste Aussicht auf zahlreiche Käufer bietet." Die Ueberveugung, daß dies die „Staatsbürger Ztg." nicht ist und wegen ihres schroffen Parteistandpunktes nicht fein kann, hat unser Eingreifen veranlaßt. Daß Herr Bruhn, der trotz seiner Bekämpfung des Judenrums so gern für jüdische Inserenten Reelame macht, Herrn Scherl Jnseratenhunger vorwirst — ist unendlich komisch! C. G., Berlin. Die „Staatsbürger-Zeitung" schrieb über.den üaentümlichen Missionar: „Mit berechtigtem Hohn spießt der „Vor- -runs" eine Anpreisung eines Herrn mit dem „vom christlich-ger-

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