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Im deutschen Reich · 1903-10-01 · Heft 10 (Oktober 1903) · p. 597

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 10 (Oktober 1903)
Article
Stuttgart
Date
1903-10-01
Page
597 (sequence 2)
Language
German
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Zkörresponvenzen. 597 Sologesänge verbanden Lehrreiches mit Unterhaltendem. Sämtliche Abende sowie die Kurse während ihrer ganzen Dauer waren gut besucht. Die selbstlose Mithilfe der vorbenannten Herren, besonders die Arbeitslust des Herrn Kirchenrat Dr. Kroner und die Lehrfähigkeit des Dirigenten, Herrn Kantor Tennenbaum, verdienen allgemeine Anerkennung, umsomehr, als der Mitgliederbestand ein sehr wechselnder ist. — Am 17. v. M. wurde hier ein treues Central-Vereins-Mitglied, der im Alter von 62 Jahren verstorbene Sekretär der Oberkirchenbehörde Emanuel Rothschild von einem großen Trauergefolge zur letzten Ruhestätte geleitet. — In dem am 30. vor. Mts. in Cannstatt plötzlich infolge eines Schlaganfalles verschiedenen Herrn Leopold Stern betrauert der Central - Verein einen langjährigen Vertrauensmann, von dessen Eifer für unsere Sache ein vom 29. v. Mts. datierter Brief Zeugnis giebt, der uns mit der Todesanzeige zugegangen ist. Der Schluß des einen Tag vor . dem beklagenswerten Hinscheiden des Herrn Stern geschriebenen Briefes lautet: „Ich beabsichtige, in den nächsten Monaten hiesige Gemeindemitglieder, welche Ihrem Vereine noch nicht angehören, durch Cirkular zum Beitritt aufzufordern, und glaube ich, daß es von Erfolg sein wird." X Parchim, 1. Oktober. Im Alter von bald 98 Jahren ist hier kürzlich ein langjähriges Mitglied des jüdischen Gemeindevorstandes und treues Mitglied des Central-Vereins, der Tierarzt Moses Cohn verstorben. Während des Krieges 1870/71 war er der Ersatz-Schwadron des hiesigen Dragoner-Regiments zugewiesen, nach dem Kriege erhielt er die Medaille für Nichtkombattanten und zu seinem 90. Geburtstage die silberne Medaille mit der Inschrift „Dem redlichen Manne und guten Bürger". 03 Wien, 4. Oktober, lieber den Besuch des Zaren in Wien schrieb das „Deutsche Volksblatt": „Noch ein anderes Moment sichert ihm die Sympathien des antisemitischen Wien. Seine Regierung kann als mustergiltig für das Verhalten der höchsten Behörden gegenüber dem Judentum bezeichnet werden. Er sucht, sein Volk durch weise Maßnahmen vor der Ausbeutung durch das Judentum zu schützen, und die Erlasse seiner Minister beweisen, daß man sich am russischen Kaiserthron über die Gefährlichkeit des internationalen Judentums keiner Täuschung hingibt; deshalb wird Rußland von der ganzen Judenpresse in der gehässigsten Weise verdächtigt und seine Regierung als grausame, despotische Verfolgerin und Peinigerin der armen Juden verleumdet. Die Wiener Bevölkerung weiß, was sie von den dies-

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