Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1903)
- Article
- Köln
- Date
- 1903-10-01
- Page
- 594 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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594 Im deutschen Reich. Handelskammer zur Sprache gebracht worden. Unser Vereinsmitglied, Herr Eliel, erklärte, das erwähnte Vorgehen sei mit dem Geist unvereinbar, der an einer freien Handelshochschule herrschen müsse. Die Handelskammer unterstütze diese Anstalt mit einem Jahresbeiträge, der aus den Beiträgen der Handel- und Gewerbetreibenden aller Bekenntnisse bestritten werde, habe auch nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, davor zu warnen, daß zersetzende Tendenzen bei den Studierenden Eingang finden. Er beschränke sich darauf, an die Herren Geheimrat Michels und Karl Bosch in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Kuratoriums der Handelsschule die Bitte zu richten, festzustellen, ob die in Bezug auf die erwähnten Korporationen gemachten Behauptungen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen, und gelegentlich von den Ermittelungen Kenntnis zu geben. Der Vorsitzende der Handelskammer Geheimer Kommerzienrat Michels, Mitglied des preußischen Herrenhauses, erwiderte, daß das Ersuchen ihm selbstredend Veranlassung geben werde, die Angaben der Abwehrmitteilungen auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Er nähme seinerseits keinen Anstand, zu erklären, daß er es persönlich bedauern würde, wenn die Nachricht ihre Bestätigung finden sollte. (Zu dieser Sache bemerkt das Hamburger Organ des „Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes": „Von den Kölner Handelshochschülern aber erwarten wir, daß sie alle Eingriffe in ihr gutes Recht, sich ihre Kommilitonen selbst zu wählen, entschieden zurückweisen und von jüdischem Wesen unbeeinflußt in ihren Korporationen einen ebenso tüchtigen deutschbewußten Nachwuchs heranbilden wie der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband in seinen Ortsgruppen.") 03 Frankfurt a. Main, 3. Oktober. Die „Kleine Presse" schreibt: „Der von Pfarrer Cordes verantwortlich redigierte „Sonntagsgruß" steht sich ab und zu veranlaßt, seinen antisemitischen Gefühlen Luft zu machen, selbst wenn er die Gelegenheit dazu an den Haaren herbeiziehen muß. Ein Antrag der letzten Bezirkssynode auf Einführung von Schulandachten in den höheren Schulen ist von der zuständigen Behörde abgelehnt worden. Der sich etwas mysteriös gebende „Sonntagsgruß" weiß, wer die Hauptgegner der konfessionellen Schulandachten sind und woher die Gegnerschaft kommt: es ist im Grunde — man höre und staune! — „nichts als Judenfurcht". In Wahrheit ist es lediglich der gesunde Geist der Bürgerschaft, der von dem Projekt der Frommen nichts wissen wild der nicht lediglich diesen zuliebe eine Anordnung in unserem höheren Schulwesen getroffen haben will, die nicht hineinpaßt. Wenn der