Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- M. A., Hattingen a. Ruhr
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 558 (sequence 2)
- Language
- German
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558 Im Deutschen Reich. gegen die Beschuldigten gefaßt; dieselben bleiben in ihren Mitgliederrechten unverkürzt. Den irrtümlichen Bericht über die angebliche Ausschließung der 10 jüdischen Mitglieder des Groß-Krotzenburger Kriegervereins hat die Frankfurter „Kleine Presse" offenbar in gutem Glauben der Zeitschrift „Volksstimme" entnommen. Wie diese überhaupt von der Vorladung der Mitglieder Kenntnis erhalten hat, ist unermittelt geblieben. P. 8., Nordhausen. Die „Villa Seeblick" in Binz, über deren Eingang ein Schild „Christliches Haus" angebracht ist, sowie „Potenbergs Hotel", das in einer in der Rügenschen Kleinbahn aushängenden Reklame als „Christliches Haus" bezeichnet wird, sind denjenigen Erholungsorten zuzuzählen, in denen jüdischer Besuch nicht erwünscht ist. Mcherschrm. I. Herzberg. Geschichte der Juden in Bromberg. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Juden des Landes Posen. (Mit Illustrationen.) Frankfurt a. M. 1903. Verlag von I. Kauffmann. 106 S. Der durch seine Jugendschriften in jüdischen Kreisen bereits wohlbekannte Verfasser ist schon seit einiger Zeit in anerkennenswerter Weise bestrebt, die jüdische Heimatskunde der Provinz Posen zu fördern und hat sich mit dieser Arbeit über „die Juden in Bromberg" auf historischem Gebiet mit Erfolg versucht. „Die Geschichte der Juden des Landes Posen" fließt nicht allzureichlich, namentlich ist für Kujavien, wo schon in alter Zeit bedeutende Handelsgelegenheiten existierten, sehr wenig geschehen, und Bromberg ist überhaupt bisher leer ausgegangen, so daß jeder Beitrag, der unsere Kenntnis in dieser Richtung bereichert, freudig zu begrüßen ist. Bromberg, das Friedrich dem Großen seinen Aufschwung verdankt, steht nicht blos heute als die wichtigste Stadt im Nehedistrikt da, es hatte schon im alten Kujavien seine Geltung als ein am Lauf der alten Handelsstraße zwischen Weichsel und Netze gelegener Verkehrsplatz, dem auch die Juden sicherlich nicht ferne geblieben sind. Der Verfasser hat in der vorliegenden Monographie eifrig die ihm zur Hand liegenden Quellen gesammelt und uns besonders aus dem 19. Jahrhundert ein anschauliches Bild von der Entwicklung der Bromberger Gemeinde geliefert.