Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- X., Halberstadt
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 556 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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556 Im deutschen Reich. 300 m über dem Meere unmittelbar am Einzug der beiden Harztäler der Lonau und der Sieber, am Südwesthange des Oberharzes liegt. Unsere Glaubensgenossen mögen nur dem Städtchen den zweifelhaften Vorzug lassen, daß dort „seit Alters her kein einziger Jude wohnt." Hätten dort mehrere Juden gewohnt, dann wäre die Annahme nicht ausgekommen, daß man durch solche Ankündigungen den Fremdenverkehr heben könne! Uebrigens wird uns berichtet, daß die in der Ankündigung enthaltene Behauptung nicht einmal zutrifft! R. C. u. L. K., Breslau. Unter der Ueberschrift „Ein erfreulicher Erfolg" hat die „Staatsbürger Zeitung" allerdings mitgeteilt, der Badekommissar Bürgermeister Dengler habe die Verfügung, durch welche das Antisemitenblatt aus der Lesehalle des Bades Reinerz entfernt worden sei, infolge einer Eingabe von mehr als dreißig „deutschen" Badegästen nach achttägiger Sperre wieder aufgehoben — die aus Wunsch einzelner Badegäste erfolgte Wiederauslegung ist richtig, aber die Geschichte von der Eingabe ist, wie uns von glaubwürdigster Seite versichert wird, vollständig erfunden! In ganz Reinerz gibt es überhaupt keine 30 antisemitische Badegäste! B. C., Posen. Die in der „Posener Zeitung" erwähnte Nichtbeachtung der jüdischen Gotteshäuser durch die höchsten Verwaltungsbeamten ist, wie ein Bericht aus Znin beweisen will, lediglich einzelnen Landräten zur Last zu legen. Dort hatten die jüdischen Bürger den Bescheid erhalten, daß bei der Anwesenheit des Oberpräsidenten Di*, von Bitter der Besuch der Synagoge wegen Zeitmangels in dem Programm nicht ausgenommen sei. Der Bürgermeister von Znin veranlaßte aber eine Aenderung der Disposition, so daß der erste Besuch des Herrn Oberpräsidenten der Synagoge galt und sich ziemlich lange ausdehnte. — Anläßlich der österreichischen Kaiserseier ist die durch kein landrätliches Programm gehemmte Regentin des Fürstentums Lippe am 18. August im Teplitzer israelitischen Gotteshause erschienen und mit gespanntem Interesse dem Gottesdienst gefolgt. Fast als letzte verließ die hohe Besucherin den Tempel. S. C., Bromberg. Wir freuen uns, daß Sie das Blatt so schneidig zurückgewiesen haben. C. K., Stettin. Die Behauptung der „Staatsbürger-Zeitung", daß „mit verschwindend wenigen Ausnahmen alle Konkursmacherfirmen, die schlimmsten Schädlinge des Mittelstandes, in jüdischen