Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- O. G., Berlin
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 555 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 555 Selbst der keiner Vorliebe für die Juden verdächtige Schriftsteller L. von Roth kann sich für Adolf Bartels nicht begeistern und schreibt in der Münchener „Literarischen Warte" über dessen neuestes Erzeugnis „Kritiker und Kritikaster": „Bartels spielt sein Antisemitismus bös mit und macht ihn schließlich fast lächerlich. Daß seine zweibändige Geschichte der deutschen Literatur von der Presse nicht gerade zart angefaßt wurde, ist bei Bartels Judenhaß und der Macht der semitischen Presse nicht verwunderlich." H. M., Berlin. Die Urheber der Verwüstung des jüdischen Friedhofes in Dramburg, die Arbeiter Kanitz, Porath, Marquardt und Brandenburg, sind von der Strafkammer zu Stargard am 11. August mit Gefängnisstrafen von 3 bezw. 21/2, 2 und IV2 Jahren belegt worden. D. S., Berlin. Der Erlaß des italienischen Kriegsminifters zur Verhütung der Soldatenselbstmorde ist von der „Post" wohl nur deshalb als äußerst beherzigenswert" bezeichnet worden, weil sie irrtümlich annahm, daß es sich um ein französisches Aktenstück handle. Sie berichtigt den Irrtum wahrscheinlich deshalb nicht, weil der italienische Kriegsminister Ottolenghi Jude ist. Wie könnte die „Post" auch eiugestehen, daß sie ein „jüdisches Elaborat" der deutschen Armee zur Beachtung empfohlen habe! — In einem Artikel über „das antizionistische Lager" sagt die mit der „Kreuz-Ztg." und der „Staatsbürger-Ztg." um die antisemitische Palme ringende „Post": „Der Jude hat nach keiner Seite hin die Qualifikation, eine autoritative Stellung unter uns Deutschen einzunehmen. Der einzige Weg zur Ueberbrückung der Gegensätze ist der der Evolution, der Entwickelung. Dazu gehört aber, daß die Juden in sich gehen und sich bestreben, auch innerlich, geistig und sittlich den Kulturgrad zu erringen, den wir besitzen." — Der deutsche Jude, welcher den seltsamen Ehrgeiz hätte, den der „Post" eigentümlichen Kulturgrad zu erringen, könnte sich für Geld sehen lassen! Halberstadt. Wir danken Ihnen für die gefl. Uebersendung der „Harzer Reise- und Bäderzeitung", der wir folgende echt antisemitische Leistung entnehmen: Wir erhalten vom Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs folgenden Artikel: Bad Herzberg am Harz, klimatischer Kurort; Städtchen von 3700 meist evangelischen Einwohnern, Kreuzungspunkt der Bahnlinen Nordhausen-Nort- Heim-Seesen. Seit Alters her wohnt nicht ein einziger Jude in dem Orte, der, umrahmt von köstlichen Wäldern,