Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 9 (September 1903)
- Article
- Rawitsch
- Date
- 1903-09-01
- Page
- 548 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316701-2316710--11475-2332105- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
548 rlm Deutschen Reich. Schlosser-Innung gehörte. Die Innung widmete dem dahingeschiedenen jüdischen Meister, der ihr 51 Jahre angehört hat, einen wohlverdienten warmempfundenen Nachruf. 0 Köln a. Rh., 6. September. Auf der fünfzigsten General-Versammlung der Katholiken Deutschlands hat Justizrat Eustodis in seiner Begrüßungsrede gesagt: „Niemals haben wir auf unseren Versammlungen Andersgläubige angegriffen: wir haben uns nur mit unseren eigenen Dingen beschäftigt — das war gerade genug — und so soll es auch bei der 50. General-Versammlung gehalten werden. Mit der 50. General-Versammlung soll auch unsere öffentlich bekundete Duldsamkeit ihr goldenes Jubiläum feiern!" — Diese Worte, welche bei der Versammlung stürmischen Beifall fanden, sollten sich die „Germania" und die „Neue Märkische Dolkszeitung" iws Stammbuch schreiben! Die „Köln. Volkszeitung" schreibt: „Ein katholischer Leser übersendet uns folgenden Ausschnitt aus der Jahresrundschau des St. Pauluskalenders: „Emil Zola, der literarische Schmutzfink, der seinen Judenschnabel am Felsen Petri und auch an der Lourder Grotte zu wetzen versuchte, erstickte im Oktober in Paris, wenn nicht an seinem eigenen Gestank, so doch an dem Kohlendampf und Schwefelwasserstoffgas, das seinem Heizofen entströmte, als er schlief. Man kann das einen sehr natürlichen Tod nennen." Der Einsender ersucht uns. diese „pöbelhafte Roheit niedriger zu hängen": das empfehle sich, „um die anständige katholische Kalenderliteratur vor dem Vorwurf der Gemeinheit in Schutz zu nehmen." Was hiermit geschieht, wobei wir gern annehmen wollen, daß es sich auch bei dem genannten Kalender um eine Ausnahme handelt und der Ton sonst anständig ist — aber solche Dinge dürfen nicht passieren. Leider kommen ja auf gegnerischer Seite unzählige ähnliche Ausschreitungen vor, ohne rücksichtslos abgeschüttelt zu werden; aber das kann für die katholische Presse kein Grund sein, auf ein deutliches Wort zu verzichten. Man mag über Zola denken, — was man will — er hat die schärfste Kritik nur zu sehr verdient — aber vor einer solchen Abscheulichkeit hätten ihn schon die tragischen Umstände seines Todes schützen sollen, und noch mehr die Erwägung, daß das Gericht Gottes ist." Hamburg, 2. September. Das von den Deutschsozialen in Köln am 29. v. M. festlich begangene zehnjährige Bestehen der dortigen „Antisemitischen Buchhandlung" von Eduard Hensel veranlaßte das hiesige „Deutsche Blatt" zu einer Jubiläums-Notiz, in der u. a. gesagt wurde: „Eine ungeheure Verbreitung fanden Mitte