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Im deutschen Reich · 1903-08-01 · Heft 8 (August 1903) · p. 511

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 8 (August 1903)
Article
B. C., Breslau
Date
1903-08-01
Page
511 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten vor Redaktion. 511 sind die päpstlichen Kapitalien im Auslande angelegt, besonders bei Rothschild in London, dem auch König Humbert sein persönliches Vermögen anvertraut haben soll." — Daraus zu folgern, daß Papst Leo XIII. den Juden gegenüber eine besonders günstige Gesinnung gehegt habe, scheint uns nicht richtig. Wenn auch die hohe Begabung und Milde des Oberhauptes der katholischen Kirche annehmen ließ, daß er jede Verfolgung der Juden mißbilligte, ist eine solche Mißbilligung, die sicher große Wirkung ausgeübt hätte, doch niemals öffentlich bekundet worden. Vielleicht berechtigt der jetzige Papst eher zu einer solchen Hoffnung, da man in Venedig dem. ehemaligen Kardinal Sarto die trefflichsten Eigenschaften nachrühmt und man annimmt, daß bei ihm die Weissagung: „Tutis Sartis ipse redimet Israel!“ (Mit sicherem Tau werk wird er Israel erlösen!) sich weit eher erfüllen werde, als die des Malachias ..Ignis ardens“. M. S., Liegnitz. Daß die Wiener antisemitische Presse die geplante Berufung des Professors Neisfer aus Breslau an die durch den Abgang Neumanns erledigte Lehrkanzel für Dermatologie als eine „Verjudung der Wiener medizinischen Fakultät" bezeichnet und den Gelehrten veranlaßt hat, die Berufung abzulehnen, rührt uns nicht im Geringsten. Der jetzt mehr wegen seiner Abstammung als wegen seiner bekannten Versuche mit Jnfektionsstoffen angegriffene Gelehrte gehört zu denen, die dort nicht stehen geblieben, wohin sie „der Zufall der Geburt gestellt hat." Wenn ihn trotzdem die Antisemiten zum „Juden" machen, bekunden sie nur ihre geringe Achtung vor dem Sakrament der Taufe — und das geht uns nichts an! P. C., Köln a. Rh. Die Notiz der „Köln. Volkszeitung" vom 29. Juli, die uns wegen der Ileberschrift und der Schlußbemerkung besonders inreresfant war, lautete: „Nur immer paritätisch! dachte Hr. Apotheker H. Dittmann in Preetz bei Kiel, und erließ in Nr. 59 der „Berliner Apotheker-Zeitung" vom 25. Juli folgende Anzeige: „Zum 1. Oktober suche jüngeren, wohlempfohlenen Gehülfen. Zeugnisse erbeten. Juden und Katholiken ausgeschlossen." Wenn Hr. Dittmann als Protestant einen protestantischen Gehülfen sucht, so ist das seine Sache; aber er sollte es dann auch direkt sagen." —- Das katholische Blatt wird hoffentlich noch Gelegenheit nehmen, sich über die traurigen Folgen der „Konfessionalisierung" aus immer weiteren Gebieten des öffentlichen Lebens zu äußern. Herr Dittmann ist nur insofern eine vereinzelte

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