Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 8 (August 1903)
- Article
- M. H., Berlin
- Date
- 1903-08-01
- Page
- 510 (sequence 2)
- Language
- German
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510 Im deutschen Reich. anleitenden Handlungsgehilsen-Verband wäre auch noch aus andern Gründen wünschenswert! F. V., Berlin. Die „Brandenburgische Wacht", das Organ des antisemitischen „Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbands", berichtete am 1. Juli d. Js.: „In den Satzungen der Pensionskasse der Firma Gustav Cords, Berlin, befindet sich die Bestimmung, daß das Vermögen dieser Pensionskasse bei etwaiger Auflösung in erster Linie dem „Deutschen Handlungsgehilfen - Verband" Zukommen soll. Dieser Beschluß wurde in einer von 88 Angestellten der Firma besuchten Versammlung mit überwältigender Mehrheit gefaßt." — Bei Cords kauft überwiegend jüdisches Publikum, das also von Antisemiten bedient wird. Die alte Devise: „Kauft nicht bei Juden, aber verkauft an sie, soviel sie Euch abnehmen." C. G<, Berlin. Der wegen Verbreitung schauderhafter antisemitischer „Schächtpostkarten" seinerzeit zu einer Gefängnisstrafe verurteilte Buchhändler Gustav Ad. Dewald hat neuerdings bei der auf dem Berliner Bock veranstalteten Reichstagswahl-Siegesfeier der Antisemiten Ansichtspostkarten mit den Bildnissen von Bruhn und Böckler verteilt. Diese Karten trugen das Motto: Wer sein Geld zum Juden trägt, Sich mit eignen Fäusten schlägt. Für eine neue Auflage dieser angeblich bereits vergriffenen Karten empfiehlt sich das Motto: Vorn gegen Kauf bei Juden Zetern, Dafür Reklamen hinten bringen, Wenn Jnseratengelder klingen — Vielseitigkeit bei Volksvertretern! S. W., Schöneberg u. a. m. Die uns in den letzten Wochen zugegangenen Berichte haben sämtlich bestätigt, daß die Mitteilungen, welche uns seinerzeit veranlaßt hatten, Brückenau unter den „antisemitischen Badeorten" mit aufzuführen, irrtümliche waren, daß also vor dem Besuche dieses Badeortes durchaus nicht zu warnen ist. B. 6., Breslau. Der uns von Ihnen gesandten Unterhaltungsbeilage zum „Breslauer General-Anzeiger" vom 25. Juli entnahmen wir nachstehende Notiz: „Pius IX. hinterließ seinem Nachfolger 30 Millionen, die der sparsame Kardinal Antonelli zu gunsten des päpstlichen Stuhles aus dem Peterspfennig und sonstigen Einnahmen im Laufe der Jahre gesammelt hatte. Sie wurden später in italienischen Werten angelegt, wobei 20 Millionen verloren gingen. Jetzt