Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 8 (August 1903)
- Article
- C. R., Berlin
- Date
- 1903-08-01
- Page
- 508 (sequence 2)
- Language
- German
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508 Im deutschen Reich. die Gemeinde ausgelegt", empfiehlt sie in ihrer Bücherschau „zum Gebrauche für die Gemeinde zur Hausandacht" und fügt hinzu: „Wir wünschen dem Buche die weiteste Verbreitung, in der Hoffnung, daß durch dasselbe auch das gerade in unseren Tagen so verachtete Alte Testament wieder zu der ihm gebührenden Ehre komme." — Ein seltsamer Wunsch im Munde von Leuten, deren antisemitische Propaganda die Mißachtung des Alten Testaments zur logischen Folge haben mußte! Th. K., Berlin. Die „Märkische Nolkszeitung hat sich unterfangen, die von der „Frankfurter Zeitg." über das im Konklave gegen die Wahl Rampollas eingelegte Veto gemachte Bemerkung als „jüdisch-journalistische Frechheit" zu bezeichnen und hinzuzufügen: „Ist das nicht zum antisemitisch werden? Des Juden größter Feind ist der Jude selbst!" — Wie es die vollständig antisemitische „Märkische Volkszeitung" anfangen will, erst noch antisemitisch zu werden, ist nicht zu enträtseln. Wäre sie nicht antisemitisch, so würde sie nicht die Konfession des jüdischen Herausgebers der „Frankfurter Zeitung" tendenziös dazu benutzen, die antikatholische Meinungsäußerung seines protestantischen Redakteurs den Juden in die Schuhe zu schieben. „Des Katholiken größter Feind ist der Antisemit"; ihm dankt die katholische Kirche die „Los von Rom- Bewegung" und unzählige Angriffe auf das Centrum, auch die in den antisemitischen Kreisen des Königreichs Sachsen landläufige Redensart: „Ist das nicht zum katholisch werden?" K. A., Berlin. Der Artikel „Zur Universitäts-Statistik" in den „Akademischen Blättern", dem Verbandsorgan der „Verein deutscher Studenten", ist uns keineswegs entgangen; übrigens veröffentlichte die wenig judenfreundlich gesinnte „Tägliche Rundschau" einen längeren Auszug der Erörterungen des Verfaffers, Oberbibliothekar vr. Hans' Paalzow, den sie ausdrücklich als „ihren Mitarbeiter" bezeichnet. Der Kommentar, den dieser zu den Aeußerungen des Geheimrats Peterfilge (in der „Zeitschrift des Preußischen Statistischen Bureaus", 1902) über den Anteil der Juden an der Universitätsbildung liefert, und die Hoffnungen, die au die die glücklicherweise bis jetzt nur relative Abnahme der Zahl der Juden geknüpft werden, laffen diefen Zusatz der „Täglichen Rundschau" beinahe entbehrlich erscheinen. S. L., Berlin. Es ist grundfalsch, einen einzelnen russischen Beamten für das in Kischinew angerichtete Elend verantwortlich zu