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Im deutschen Reich · 1903-08-01 · Heft 8 (August 1903) · p. 493

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 8 (August 1903)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1903-08-01
Page
493 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Korrespondenzen. 498 A Frankfurt a. M., 2. August. Die „Kleine Presse" berichtet: „Bei der Reichstagswahl wurden in Groß-Krotzenburg 186 nationalliberale und 128 sozialdemokratische Stimmen abgegeben. Der Vorstand des Kriegervereins in Groß-Krotzenburg hat darauf unterm 17. Juli an die zehn wahlberechtigten Juden im Orte, von denen drei den Feldzug mitgemacht haben, sonst an niemand, ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Da auch gegen Sieder wohlbegründete Verdacht vorliegt, daß Sie sich durch die Wahl eines sozialdemokratischen Reichstags-Abgeordneten zu einer reichsfeindlichen Partei bekannt haben, so ersuchen wir Sie höflichst, sich bei einer geheimen Sitzung des gesamten Vorstandes, die wir auf Sonntag, den 19. d. Mts, nachmittags 5 Uhr, im neuen Schullokal anberaumt haben, in dieser Angelegenheit zu äußern. Da wir Offenheit und Unerschrockenheit zu den schönsten Tugenden eines deutschen Kriegers rechnen, so erwarten wir auch von Ihnen, daß Sie uns durch ein offenes, rückhaltloses Bekenntnis unsere harte Pflicht erleichtern helfen und sich nicht schon durch Abwesenheit bei der genannten Versammlung der Mitgliedschaft verlustig machen, da wir dieselbe unbedingt als Begründung des gegen Sie geltend gemachten Verdachtes betrachten müßten." — Wenn derartig die Politik in die Kriegervereine hineingezogen wird, kann dies nur diese Bereinigungen schädigen, nicht aber wackere jüdische Veteranen, denen nur wegen ihres Glaubensbekenntnisses die Verpflichtung aufgezwuugen werden soll, über die Ausübung ihres freien Wahlrechts öffentlich Rechenschaft abzulegen! O Hamburg, 2. August. Einem hiesigen Arzte ist am 20. Juni d. Js. nachstehendes Schreiben zugegangen: „Anläßlich Ihres Ersuchens an den Pächter des Strandhotels, Herrn Böse hier, um Veröffentlichung seines Schreibens, betreffs angeblich antisemitischer Tendenzen unseres Bades, teilen wir Ihnen folgendes mit: Vor vier Jahren war durch Bestreben des damaligen Badekommifsars Herrn von B.eine antisemitische Agitation ins Werk gesetzt worden; derselben wurde aber sofort nach dem baldigen Ausscheiden dieses Herrn von seiten der Badedirektion ein energisches Ende bereitet mit Zuhilfenahme diesbezüglicher Annoncen in den meisten Zeitschriften. Anschließend hieran wird nochmals betont, daß die Direktion des Bades Wittdün streng parteilos jeder Konfession gegenübersteht, u.m Badegästen jedweder Glaubensrichtung den Genuß ihrer vorzüglichen Badeeinrichtungen zu gewähren und denselben den Aufenthalt so angenehm wie möglich' zu gestalten. Auch seitens der Hoteliers wird das gleiche Entgegenkommen gegen alle Gäste geübt. Direktion der Nordseebäder

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