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Im deutschen Reich · 1903-08-01 · Heft 8 (August 1903) · p. 491

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 8 (August 1903)
Article
Potsdam
Date
1903-08-01
Page
491 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 491 dem GroßschlächLermeister Jsaac in Berlin übertragen worden, der schon früher ähnliche Lieferungen gehabt hat. In Haselhorst wie in der Mainzer Fleischkonservenfabrik wird nach wie vor geschachtet, weil von wissenschaftlichen Autoritäten nachgewiesen wurde, daß bei dieser Schlachtmethode ein dauerhafteres Fleisch geliefert wird. ± Katiowitz, 3. August. Das „Oberschlesische Tageblatt" berichtete kürzlich: „Der Sohn des hochangesehenen. Geheimen Justizrats Freund, Vorsitzender der Breslauer Anwaltskammer, Vorsteher der Breslauer Stadtverordneten-Versammlung, Ehrendoktor der Breslauer Universität u. f. w. u. f. w. kam vor kurzem als Assessor nach dem benachbarten Oels. Als er dort im Honoratioren-Wirtshause am „Juristentische" Platz nehmen wollte, wurde ihm von einem höheren Beamten des Gerichts — nicht etwa von einem Referendar oder Assessor — bedeutet, daß Juden an diesem Tische nicht Platz nehmen dürften!" — Das darauf von dem Assessor Freund eingereichte Gesuch um Versetzung von Oels ist von allen Instanzen befürwortet und so schnell genehmigt worden, daß er bereits seit mehreren Wochen als Hilfsrichter am Landgericht zu Breslau fungiert. <r Drarnburg, 1. August. Hier wurden kürzlich in nächtlicher Stunde von ruchlosen Händen fast sämtliche Denkmäler des jüdischen Friedhofes zertrümmert. Die Gräber sind verwüstet und sogar die Kirchhofsumsaffungsmauer ist teilweise zerstört worden. Bis jetzt wurden drei Leute als der abscheulichen Tat verdächtig verhaftet. Könitz, 1. August. Wegen Beleidigung des hiesigen Händlers Studinski ist der Reichstagsabgeordnete für Schlochau - Flotow, Redakteur O. Böckler vom Schöffengericht zu Berlin zu einer Geldstrafe von ö0 Mk. verurteilt worden. Wie die „Ostdeutsche Tageszeitung" witteilt, hat Studinski durch seinen Vertreter, Rechtsanwalt Sonnenfeld in Berlin, gegen dieses niedrige Strafmaß Berufung einlegen lassen. Dortmund, 1. August. Die hiesige Zeitung „Tremonia" berichtete am 20. v. Mts.: „Am Samstag verstarb plötzlich an den Folgen eines Herzschlages der Vorsitzende der Synagogen- Gemeinde Herr Rentner Adolf Elias. Der Verstorbene erfreute sich nicht nur in den Kreisen seiner Glaubensgenossen größter Beliebtheit, sondern stand auch bei Andersgläubigen in hohem Ansehen. Wo es galt, zum Besten der Gesamtheit ein gutes Werk zu fördern, konnte man stets aus seine Mitarbeit rechnen." — Auch der

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