Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1903)
- Article
- F. M., C. G., G. K., Berlin
- Date
- 1903-06-01
- Page
- 444 (sequence 1)
- Language
- German
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444 Im deutschen Reich. Briefkasten der Redaktion. F. M., C. S. K.f Berlin. Daß die jüdischen Gaben stets reichlich flössen sür Christen, die ins Unglück geraten, oder wenn für irgend einen guten Zweck „ohne Unterschied der Konfession" gesammelt wird, ist eine anerkannte Tatsache. Umso bedauerlicher ist es, daß von christlicher Seite so wenig eingeht, wenn es sich um die Linderung eines so furchtbaren, von bestialischen Menschenhänden an Juden angerichteten Unheils handelt. Das darf uns aber keineswegs engherzig machen und nicht dazu anregen, von nun ab Gaben „konfessionell" zu spenden, wohl aber zu einer vorsichtigeren Beurteilung der an uns herantretenden Anforderungen veranlassen. Den Grundsatz: „Seid barmherzig gegen jedermann, vor allem aber gegen die Glaubensgenossen" können auch wir uns zu eigen machen, entspricht er doch auch der gerade in heutiger Zeit sehr volkstümlichen Redensart: „Das Hemd ist uns näher als der Rock!" W. S., Berlin. Die Zumutung, den etwaigen Badeort, den der abberusene Gouverneur von Kischinew, Herr von Raaben, zu seiner Erholung aussuchen wird, zu dem Zweck aufzuspüren, die sich daselbst aufhaltenden Juden auf diese Geißel ihrer russischen Glaubensgenossen aufmerksam zu machen, müssen wir, als eine unwürdige und den jüdischen Moralbegriffen entschieden widersprechende, zurückweisen! C. N., Berlin. Der Lord-Mayor von London, Marcus Samuel, hat die Einladung der Munizipalität von St. Petersburg der Feier des 200 jährigen Bestehens der Hauptstadt beizuwohnen, nicht deswegen abgelehnt, weil er selbst Jude ist, sondern mit Rücksicht auf den Abscheu, den die Metzeleien in Kischinew in allen Kreisen