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Im deutschen Reich · 1903-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1903) · p. 431

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1903)
Article
Kiel
Date
1903-06-01
Page
431 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 43! Pastor Jakobsen ist nicht nur der Begründer des „judenreinen" nordschleswigschen Bades Rönn, sondern auch an der Verwaltung des „judenreinen" Nordseebades Amrum beteiligt, für welches er im vorigen Jahre in Hamburg eine größere Summe aufzunehmen suchte, nach dem Wortlaut seines Inserates aber nur „arisches Geld wünschte." Als die einzige Stelle für diese Zeichnung war die im Fahrwasser des antisemitischen Abg. Fritz Raab segelnde „Hamburger Generalbank, G. m. b. H." angegeben. (Das Berl. Tageblatt schreibt von ihm: „Die unglaublichsten Wandlungen hat er durchgemacht, um ein parlamentarisches Mandat zu erreichen. Das war sein höchster Ehrgeiz. Um einen Parlamentssitz zu erringen, stellte er sich den verschiedensten Parteien als Kandidaten zur Verfügung. In Schaumburg-Lippe kandidierte er bei der Reichstagswahl 1898 als Antisemit, in demselben Jahre in Tondern bei der Landtagswahl als Nation alliberaler, 1902 in Hadersleben-Sonderburg als deutscher parteiloser Kandidat. Nirgends gelang es ihm, den Sieg zu erringen, obwohl er es an Versprechungen nicht fehlen ließ. Zur Förderung seiner geschäftlicken Unternehmungen in der Nordmark schloß er sich den Alldeutschen an, und die Hasse, Lehr haben nicht mrt Unterstützungen gegeizt".) < Siegen, 10. Juni. Nach der „Köln.-Ztg." hatte der Hofprediger a. D. Stöcker bei seiner jüngsten Agitationsreise in verschiedenen Ortschaften des Siegener Kreises Gottesdienst abgehalten, und gleich nachher im Wirtshause erbitterte Wahlreden vom Stapel gelassen. Er beabsichtigte auch am 13. d. M. in Neunkirchen, Kreis Siegen, eine Wahlrede zu halten und am folgenden Tage in der Kirche zu predigen, wozu der Pfarrer bereits seine Genehmigung gegeben hatte. Da sich aber im ganzen Wahlbezirke Unwillen über dieses Vorgehen erhob, beschloß das Presbyterium der Gemeinde, Herrn Stöcker bis zum Wahltage die Kanzel zu verweigern. Der „Gottesmann" ließ sich aber durch diese Zurückweisung nicht abschrecken und fand auch eine andere Gemeinde, Breidenbach im Kreise Biedenkopf, in deren Kirche er am Sonntag darauf predigte. Uebrigens veröffentlichte er kürzlich im „Volk" eine Erklärung, wonach die Behauptung, daß er sich dem Zentrum in der Jesuitenfrage verpflichtet habe, ein Lügengewebe sei, gesonnen, um ihn bei den evangelischen Wählern zu verdächtigen. 4- Dresden, 1. Juni. Der „Sächsische Fleischerverbandstag" hat dieser Tage hier beschlossen, reichsgesetzliche Bestimmungen zu erstreben, wonach bei Schlachtungen stets die Betäubung der Blut-

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