Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1903)
- Article
- Danzig
- Date
- 1903-06-01
- Page
- 428 (sequence 2)
- Language
- German
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428 Fm Deutschen Reich. spektion nicht zulasten wollen, war nicht festzustellen. Es handelt sich durchweg um solche Gemeinden, die dem Verbände nicht angehören. Der Ausschuß hat diesen Gemeinden mitgeteilt, daß ihnen durch die Inspektion keine Kosten entstehen und hatte sie um Zulassung der Jnspeklion unter dem Hinweis darauf ersucht, daß vor allem daran gelegen ist, ein vollständiges Bild über den Stand des Religionsunterrichtes in der Provinz und damit Material zu etwaigen Anträgen an die Königliche Staatsregierung zu gewinnen. Ungeachtet dessen blieben die betreffenden Gemeinden bedauerlicher Weise bei ihrer Weigerung. — Der Bericht konstatiert ferner, daß Dank der Propaganda des Kuratoriums sich das Interesse für das Provinzial-Waisenhaus in dem Maße gesteigert hat, daß die Anstalt, nachdem im Laufe des Winters die erforderlichen baulichen Veränderungen ausgeführt und die zur Aufnahme von Zunächst 15 Waisenkindern nötigen Einrichtungen und Anschaffungen bewirkt waren, am 1. Mai d. I. in Betrieb genommen werden und die Aufnahme von Zunächst 14 Waisenkindern erfolgen konnte. # ~ Konih, 1. Juni. Am 13. v. Mts. wurden die kürzlich im Abort des Schulhauses gefundenen Körperteile des vor drei Jahren um's Leben gekommenen Gymnasiasten Ernst Winter auf dem hiesigen evangelischen Friedhof beigesetzt. Gleichzeitig fand die Aufstellung des von Frauen und Jungfrauen aus Könitz gestifteten Grabdenkmals statt, welches aus der Werkstätte von Fuhlbrügge in Neustettin hervorgegangen ist. An dem von einem schwarzen Kranz gekrönten Denkmal ist eine Granittafel mit folgender Inschrift angebracht: „Hier ruhet in Gott Ernst Winter von ruchlosen Händen gegeschlachtet. Seines Körpers Ueberreste wurden, soweit sie aufgefunden, am 27. Mai 1900 zur Ruhe bestattet. Geboren 27. September 1881. Gestorben 11. März 1900." Die Seiten des Denkmals tragen folgende Inschrift: „Gewidmet von seinen Volksgenossen." Die Inschrift unter dem Kreuz lautet: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg", die auf dem Sockel: „Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten." — Möchte diese Mahnung beherzigt werden, denn tatsächlich ist es eine Blasphemie, an diesem Grabdenkmal die Unwahrheit anzuschreiben, daß Ernst Winter „von ruchlosen Händen geschlachtet" worden sei, während es von wissenschaftlichen Autoritäten bewiesen worden ist, daß er erstickt oder erwürgt worden sein muß, in dem Augenblick, in dem er einen Unzuchtsakt begangen oder versucht hatte. Wenn die „Staatsbürger-Ztg." in