Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1903)
- Article
- O. K., Dresden
- Date
- 1903-05-01
- Page
- 375 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten de: Redaktion. 375 Prachtgebäude derselben untergebracht und wurden von den Direktoren Schulh und Romeick vollständig beherrscht. Diese haben fast sämtliche Aktien der Gesellschaft besesien. Sie sollen ungesetzmäßig mit dem GeLde der Pommernbank sehr umfangreiche Grundstück- Spekulationen für eigene Rechnung betrieben und Pfandbriefe ausgegeben haben, für die die vorgeschriebene Deckung nicht vorhanden war. Ferner sollen sie Hypotheken auf ertraglose Grundstücke oder noch im Bau begriffene Häuser als Pfandbriefdeckung aufgeführt und diese Unterlagen in den Bilanzen falsch angegeben haben. Das Aktienkapital der Pommernbank ist im Laufe der Zeit auf 15 Mill. Mark erhöht worden. Sie soll schon 1897 in Vermögensverfall gewesen, dieser Zustand aber durch allerlei künstliche Mittel verdeckt worden sein. Insbesondere sollen auch Grundstücke weit über ihren Wert beließen und Geld zur zweiten Stelle gegeben und Gasthöfe und ländliche Grundstücke beliehen worden sein. Der Zusammenbruch des ganzen künstlichen Gebäudes erfolgte beim Zusammenbruch der Sandenbanken. Schultz und Romeick hatten sich nun wegen Betruges, Untreue, Bilanzverschleierung, Verletzung des Aktiengesetzes und des Hypothekenbankgesetzes zu verantworten. Neben ihnen hatten infolge der von ihnen für die Pommernbank abgegebenen Taxen auch der kgl. Baurat Hermann Bohl-Groß-Lichterfelde und der Stadtdauinspektor a. D. Arnold Hanel in Köln-Lindenthal wegen Beihilfe zur Untreue auf der Anklagebank Platz zu nehmen. — Wie aus Kassel gemeldet wird,, hat dort der Staatsanwalt gegen den früheren zweiten Direktor der Trebertrocknungsgesellschaft Bollmann-Hannover Anklage wegen Betruges erhoben. Die Verhandlung findet gleichzeitig mit derjenigen gegen Schmidt am 19. Juni statt. — Ueber solche Fälle schweigt Herrn Bruhns Höflichkeit, denn dabei ist „nichts zu handeln!" O. R. TeplrH. Die „Kriminalität der Antisemiten" ist überall eine ansehnliche. Ueber groß angelegte Betrügereien bekannter österreichischer Antisemiten wurde der „Jüdischen Presse" kürzlich aus Wien berichtet: „Ein Kassierer namens Kraul flüchtete nach Unterschlagung von 12000 Kronen über den Ozean, ein Kassierer der Olmützer Unionbank wurde unter dem Verdachte, 42 000 Kronen Mairente entwendet zu haben, dem Gerichte eingeliefert und endlich wurde der wegen Betrugs' an der Neukirchener Sparkasse, verurteilte antisemitische Hausbesitzer Ersterer zur Verbüßung seiner Strafe nach dem Gefängnisse in Stein übergeführt.