Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1903)
- Article
- Z., L., Berlin
- Date
- 1903-05-01
- Page
- 372 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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372 8m deutschen Reich. benahm sich bei der Verhandlung so schüchtern, daß er wegen Ungebühr vor Gericht zu zwei Tagen Haft verurteilt und sogleich abgeführt wurde. In diesen Fällen dürste die Strafe kanm in einem rechten Verhältnis zu dem erschwindelten Gewinn stehen. Nur wirklich hohe Geldstrafen könnten einigermaßen abschreckend wirken." — Wie uns von vertrauenswerter Seite aus Paderborn mitgeteilt wird, ist Josef Rosenblatt Katholik und kann ebenso wie sein Entlastungszeuge vermutlich mit größerer Sicherheit als Herr Hans von Mosch Nachweisen, daß seine erlauchten Ahnen „keine Hebräer" waren. R. L., Berlin. Die Zuverlässigkeit der Berichte der „Staatsbürger-Ztg." wird durch die ansehnliche Anzahl der „Berichtigungen", die ihr auf Grund des § 11 des Reichsgesetzes aufgedrungen werden, trefflich illustriert. Am 2. Mai mußte das in der „Handelsstätte" domizilierende Antisemitenblatt gleich folgende zwei Berichtigungen veröffentlichen: „Herr Isidor Jsaac, Großschlächterei und Fleisch-Imports teilt uns zu dem von uns in der Abendnummer vom 30. v. M. unter der Spitzmarke „Rücksichtslosigkeit eines jüdischen Rennstallbesitzers" gemeldeten Unfall mit, daß er au der Sache nicht beteiligt war. — Zu unserem Artikel vom 4. April unter dem Leitwort „Der hineingefallene Jude" schreiben uns die Firmen Ludwig Eismann und M. Eismann in Nürnberg, daß sie mit der Hopfenlieferung an eine Berliner Brauerei weder in Rückstand gekommen noch dieserhalb verklagt oder verurteilt worden sind." B. G., Berlin. Der Verfasser der satirischen Briefe, der Jaequ. Sorauer zeichnet, würde an den seligen „Zwickauer alias Leipziger" iw Kladderadatsch erinnern, wenn sein Humor ebenso urwüchsig wäre wie der kernige Witz von David Kalisch. Da Herr „Sorauer" unseres Wissens weder Jude noch Antisemit ist, haben wir übrigens weder. Grund, für ihn noch gegen ihn Partei zu nehmen. Mit Witzblättern muß man es außerdem niemals genau nehmen; in solchen haben ungetaufte Juden auch schon manches geleistet, was uns weit mehr mißfallen hat als der Daniel-Kommentar zu der Metzer Architektenleistung! O. B., Charlottenburg. Der ehemalige Hosprediger Stöcker hat sich im Korrespondenzblatte des evangelisch-sozialen Preußenbundes für die Provinz Sachsen zwar feierlich gegen die Behauptung verwahrt, ein begeisterter Anhänger der Frau Rothe zu sein, gleichzeitig aber erklärt, daß sie gewiß ein Medium sei. Als Ergebnis feiner