Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1903)
- Article
- A. K., Berlin
- Date
- 1903-05-01
- Page
- 371 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten Der Redaktion. 371 „Es ist nicht wahr, daß ich mit dem Döring identisch bin, der bei dem Strandseste des Deutschen Antisemitenbundes am 13. März mitwirkte. Richard Döring, Geschäftsführer des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes für die Provinz Brandenburg." Wenn Herr Döring auch, wie wir nach seiner Verwahrung annehmen müssen, mit seinem Namensvetter nicht identisch ist, der das Hoch auf Bruhn ausbrachte, so wird doch an der Gesinnungsidentität der beiden Herren niemand zweifeln, der von einem Bericht der „Staatsbürger-Ztg." über die am 6. d. Mts. von Herrn Döring geleitete öffentliche Handlungsgehilsenversammlung bei Buggenhagen am Moritzplatz, oder von dem Tone Kenntnis nimmt, den die von Herrn Richard Döring redigierte Monatsschrift „Brandenburgische Wacht" gegen Juden anschlägt. Dieses Blatt schrieb am 1. Mai über den „Verein der deutschen Kaufleute": „Wir Deutschnationale gehören zu einer andern Branche des Menschengeschlechts. Gerade deshalb erheben wir Einspruch dagegen, daß sich die Gutermann, Levy, Eppenheim usw. als deutsche Kaufleute bezeichnen. Das ist eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. Die in Berlin wohnenden Juden sind ebensowenig Deutsche wie die in Konstantinopel lebenden Deutschen Türken sind." In dem erwähnten Bericht der „Staatsbürger-Ztg.^ über die von Herrn Richard Döring geleitete Versammlung heißt es wörtlich: „In der freien Aussprache wies u. a. Herr Blobel auf die Gefahren des Judentums in Warenhäusern und anderen Institutionen hin. Herr Werthemann forderte die Handlungsgehilfen auf, sich eifrig an der Wahlarbeit für die nationalen Kandidaten Berlins zu beteiligen; denn nur diese Kandidaten könnten für deutsch-nationale Handlungsgehilfen in Frage kommen. Auch die übrigen Redner sprachen sich in diesem Sinne aus." — Wenn demnach Herr Richard Döring nicht derjenige war, der am 13. März das Hoch auf Herrn Bruhn ausbrachte, so dürfte er es am 1. und 6. Mai reichlich verdient haben, daß Herr Bruhn einmal ein Hoch auf ihn ausbringt. Jedenfalls sollten die Herren vom „Bunde der Kaufleute" sich ihren Verbündeten etwas näher ansehen. Z. 8., Berlin. Die „Deutsche Hochwacht", das Organ der Herren Hans von Mosch, Dr. Böckler, Rechtsanwalt Dr. Jüngst, veröffentlichte am 16. April nachstehende Notiz aus Paderborn: „Der Schuhwarenhändler Joses Rosenblatt in Paderborn wurde wegen falscher Anzeigen zu 300 Mark und Veröffentlichung des Erkenntnissesverurteilt. Ein Entlastungszeuge, vermutlich auch Hebräer,