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Im deutschen Reich · 1903-05-01 · Heft 5 (Mai 1903) · p. 357

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 5 (Mai 1903)
Article
Glogau
Date
1903-05-01
Page
357 (sequence 2)
Language
German
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Korreiponvenzen. ödt hardiner auf die friedlichen harmlosen Kinder; auch ließ er sie durch seinen Inspektor anhalten. Letzterer, welcher bekanntlich inzwischen aus dem Dienste des Grafen entlassen worden ist, erhob gegen den, auf erstattete Anzeige gegen ihn und seinen Brotherrn erlassenen Strafbefehl von je 10 Mk. Widerspruch, und zwar mit Erfolg, da ihm nicht nachgewiesen werden konnte, daß er sich bei der Hetzjagd von Hunden auf Menschen tatsächlich beteiligt habe. Der edle Graf aber, der diese Hetztätigkeit nicht in Abrede stellen konnte, zog es vor, sich bei dem Strafmandat zu beruhigen. Diese, der Nachwelt nicht vorzuenthaltende Tat reiht sich ebenbürtig jener Zerstörung der Kleinbahn an, die den Grafen ins Gefängnis führen dürfte, wenn sein Gnadengesuch abgelehnt werden sollte. Auch sonst fehlt es ihm nicht an Sorgen; er hat neuerdings u. a. auch die Gerichte in Anspruch genommen, um feine Gemahlin, die Tochter des Hamburger Rheders Stomann, zur Wiederaufnahme der häuslichen Gemeinschaft des ehelichen Lebens zu zwingen. Zum Sühnetermin ist die Frau Gräfin aber nicht erschienen, trotzdem sie erst kürzlich in Glogau verweilte, wo sie in einem Hotel abgestiegen war, das einem Juden gehört. © Stettin, 1. Mai. Im hiesigen Konzertsaale fand am 24. v. Mts. eine Versammlung zu dem Zwecke statt, gegen verletzende Behauptungen Stellung zu nehmen, die in einem vom sogen. „Wahlausschüsse der vereinigten schaffenden Stände" erlassenen Flugblatte wider Warenhausinhaber und -angestellte erhoben wurden. Es handelte sich dabei in der Hauptsache um folgenden Passus: „Die Jdealgestalt des Freisinns, das deutsche Warenhaus! Im Warenhause, dieser rein jüdischen Domäne, sehen wir klar die reine Gestalt des Freisinnes, und zwar die raubtierartige des talmudischen Freisinnes, nicht des deutschen freien Sinnes. Das Warenhaus fördert die Schundindustrie, übt Schwindel in Reklame und Handel, die Warenhäuser überliefern tausende deutscher Mädchen dem unsittlichen Lebenswandel, setzen tausende deutscher Männer aufs Pflaster und säckeln viele Millionen Mark deutschen Kapitals alle Jahre ein." Die Unterzeichner dieses Flugblattes, Rektor a» D. Blankenhagen, und der Kaufmann Gustav Sepke gehörten zu den vom Komitee besonders Geladenen; keiner von beiden erschien, dagegen veröffentlichte Herr Sepke in der „Pommerschen Reichspost" eine Erklärung, daß er für die Behauptungen des Flugblattes „voll und ganz eintrete, es dagegen ablehne, in eine Versammlung zu gehen, die von den Warenhausbesitzern inszeniert sei". Der Einberufer Engel eröffnete die Versammlung, bei welcher der große Saal bis auf den letzten Platz von männlichen und weiblichen Warenhaus-

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