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Im deutschen Reich · 1903-04-01 · Heft 4 (April 1903) · p. 306

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 4 (April 1903)
Article
Cöln a. Rh.
Date
1903-04-01
Page
306 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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30L Im oeutschen Reichpräsentaut der jüdischen Gemeinde, Th. Neckarsulmer, verstorben, der unserem Verein seit seiner Begründung angehörte und ihm stets ein lebhaftes Interesse widmete. — Die „Köln. Volkszeitung" wendet sich mit Entschiedenheit gegen die „Konsessionalisierung des Wohnungsvermietens" von protestantischer Seite und sagt: „Wenn jetzt in Oesterreich versucht wird, die protestantischen reichsdeutschen Reisenden überall an protestantische Logiswirte zu verweisen, so ist das doch wohl ein zweischneidiges Schwert, denn Gegenmaßregeln von katholischer Seite würden schwerlich ausbleiben. Das Ende wäre eine konfessionelle Organisation des gesamten Gasthofwesens und Fremdenverkehrs, was wir nicht gerade als eine erfreuliche „Errungenschaft" ansehen würden. In allen Dingen soll man sich vor Uebertreibungen hüten, und hier ist ein Punkt, wo das konfessionelle Moment nicht notwendig berücksichtigt Zu werden braucht." — Wie denkt das katholische Blatt wohl über den „judenreinen Köln. Hof" in Frankfurt a. M., über gewisse Sommerfrischen im Harz, über manche antisemitischen Seebäder und über einzelne zweifellos strengkatholische intolerante Gastwirte in Tirol? Düsseldorf, 3. April. In ihrem Berichte über die hiesige Skandal-Affäre Eck-von Low erklärte die „Staatsbürger-Ztg.": „Frau Eck hat vor dem Schöffengericht einen Meineid geleistet. Frau Eck ist jüdischer Abkunft. Wohl selten hat eine Frau mit dreisterer Stirn „beim Heiligsten, was ich habe", geschworen." — Frau Eck ist aber als Tochter christlicher Eltern geboren; ihre Mutter ist absolut arischer Herkunft, ihr Vater, der beim hiesigen Landgericht tätige Landgerichtsrat Lob stammt zwar von jüdischen Eltern, die entweder selbst in Münster zum Christentum übertraten oder ihre Kinder, den jetzigen Landgerichtsrat L. und den jetzigen Major a. D. L. auf Kaldenhof, dort taufen ließen. Jedenfalls ist den Antisemiten für den freundlichen Nachweis zu danken, daß schon eine homöopathische Dosis jüdischen Blutes genügt,, einen Menschen zum Ehebrecher oder Meineidigen zu prädestinieren. Schließlich gelingt es ihnen vielleicht auch, eine solche Dosis bei den antisemitischen Größen Hans Leuß und Karl H. Wolf oder gar bei einer in der letzten Zeit vielgenannten fürstlichen Frau nachzuweisen. — Unter Hinterlassung enormer Schulden ist von hier der Regierungsrat Dr. Meyhöfer flüchtig geworden, der als eine Leuchte des Antisemitismus galt. V Marburg a. L., 2. April. Der Verein „Israel. Schüler und Lehrlmgsheim zu Marburg" versendet mit seinen Statuten und

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