Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- D. C., Berlin
- Date
- 1903-03-01
- Page
- 246 (sequence 2)
- Language
- German
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246 Im deutschen Reich. jercientetl der Staatsbürger - Zeitung"! Wenn Sie diese Mahnung wenigstens für die Folge beachten, so werden Sie vor Betrügereien dieser Art geschützt sein. Sie werden preiswert kaufen und werden Ihre Freude an der Ware haben." — Wenn Herr M. H. A. diese Mahnung befolgt, sich durch den Inseratenteil der „Staatsbürger-Zeitung" belehrt und von der jüdischen Firma Bar Soh n „Einsegnungs-Anzüge" gekauft hat, wird er hoffentlich seine Freude an der Ware haben' O. S., Berlin. Aus Karlsbad wird im Interesse der jüdischen Badegäste berichtet, daß die Inhaber nachstehender Hotels, Häuser und Cafes in der antisemitischen Bewegung hervorgetreten sind: Hotel Morgenstern, National, de Russie, Residenz-Hotel; die Häusel- Grillparzer (Me Wiese), Römischer Feldherr (Neue Wiese), Oelzweig (Marienbaderstraße), Jtalia, Florenz, Germania (Schloßberg), Stadt Warschau, Insel -Malta, Rosenstock (Kaiserstr.), Brandenburger Thor (Kreuzstr.), Preußische Krone, Egeria, Diamant, Englische Krone lEgerstraße) und Schubert (Parkstraße), die Cafes Sanssouci und Schweizerhof. O. R., Berlin. Kürzlich schrieb die „Allg. Ztg. des Juden tums": „Jüdische Blätter bringen die Nachricht, daß vr. Karl Posner Zum außerordentlichen Professor der medizinischen Universität ernannt worden fei. Der Betreffende ist nicht mehr Jude/' — Dazu bemerkt die „Kreuz-Ztg.": „Was denn sonst?" Die „Staatsbürger-Zeitung" erklärt: „Die Schlußbemerkung „der Betreffende ist nicht mehr Jude" ist gut. Was soll die Bemerkung übrigens, will man den Professor Posner fortan den deutschen Aerzten zuzählen? Diese werden dankend ablehnen." — Ein Deutscher war Herr Dr. Posner schon vor seinem Uebertritt zum Christentum: ob ihn die „StaaLsbürger-Ztg." den deutschen Aerzten zuzählt oder nicht, wird ihn wahrscheinlich gleiche gütig lassen, aber angenehm können ihn die Willkommgruße seiner neuen Glaubensgenossen kaum berühren! C. Berlin. Das Feuilleton der „ Staatsbürger-Ztg." vom 18. Februar, welches die Ueberschrist trug: „Ein Ritualmord zu Weißensee in Thüringen", war nichts weiter als eine Auffrischung einer traurigen Erinnerung aus der Zeit des ärgsten Pöbelwahns und der abscheulichen Hexenprozesse, einer Zeit, deren Wiederkehr die Dunkelmänner der Gegenwart hoffentlich vergebens erstreben. Wer die von dem Feuilletonisten der „Staatsbürger-Ztg." benutzten lokalgeschichtlichen Schriften unbefangen liest, wird darüber