Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- An nichtjüdische Leser dieser Zeitschrift
- Date
- 1903-03-01
- Page
- 245 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. -245 preiswürdig ist, wird darum nicht schlechter und minderwertig^ weil es von einem Juden verkauft wird. Was hat das Geschäft mit der Religion zu tun? Wie es Schwindler gibt unter Juden und Christen, so wird man ehrlichen Handel und preiswerte Ware finden bei Juden und Christen, und nur darauf darf es ankommen. Mißtrauen verdienen aber diejenigen, die unlautere Konkurrenz betreiben, indem sie ihre Religion als Reklame für ihre Ware benutzen. Bei den Geschäftsantisemiten und in ihren Preßerzeugnissen gilt das Geschäft als Hauptsache. Die „Staatsbürger Zeitung" warnt davor, bei Juden zu kaufen, räumt aber den mit dem Abbilde einerchristlichen Kirche versehenen Inseraten, in welchen die jüdische Firma Baer Sohn „Einsegnungs-Anzüge" empfiehlt, sowie den Anzeigen der jüdischen Amerikaner, welche „Taits Diamanten" unter schriftlicher Garantie jetzt für 3 Mk. ankündigen, die besten Plätze ein. Andere antisemitische Blätter erklären in fetten Lettern, daß bei ihnen .nur reelle christliche Geschäftsanzeigen" Aufnahme finden und bringen in derselben Nummer u. a. ein Inserat der österreichischen Jüdin Anna Czillag-Stern, deren Pomade den Damen Riesen- Loreley-Haar, den Herren kräftigen Bartwuchs schaffen soll. Die Bürger einer Stadt wie des ganzen Staates sind in unzähligen Beziehungen aus einander angewiesen; je friedlicher und einträchtiger sie mit einander leben, um so bester wird es um jeden einzelnen und um das ganze Vaterland bestellt sein. Fort mit allen Verdächtigungen und Verhetzungen, fort mit dem Mißbrauch der Religion zu geschäftlichen Zwecken, dann erst kann der Tag der Erweckung zu einem neuen Leben in Frieden und Wohlfahrt für das deutsche Volk kommen. Nur wer dem Frieden nachstrebt, die ganze Menschheit liebend umfaßt und solche Gesinnungen auch feinen Kindern einprägt, kann zuversichtlich und freudig an die Zukunft seiner Kinder denken. D. C., Berlin. Dem Herrn M. H. A., Berlin W,, erteilt das Blatt des Herrn Wilhelm Bruhn im Briefkasten nachstehenden Bescheid: „Daß Sie von dem jüdischen Möbelhändler A. B. durch Vorspiegelung gänzlichen Ausverkaufs geleimt worden sind, ist eine Tatsache, wie sie heute leider nur zu häufig vorkommt. Ja, lieber Freund, warum beachten Sie die Mahnungen nicht, die die ^Staatsbürger-Zeitung" so oft nun schon hat erklingen lassen. Wir wiederholen sie: Kauft nicht bei Juden, laßt Euch durch marktschreierische Reklame nicht verleiten; geht zu ehrlichen, christlichen Geschäften, und wenn Ihr solche nicht kennt, belehrt Euch durch den In-