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Im deutschen Reich · 1903-03-01 · Heft 3 (März 1903) · p. 240

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 3 (März 1903)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1903-03-01
Page
240 (sequence 2)
Language
German
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240 Im deutschen Reich. dann nachzuweisen, daß sich für die Rassentheorie weder durch sprachliche Aehnlichkeit, noch durch die Uebereinstimmung von Gesetzen, Einrichtungen, Gebräuchen oder volkstümlichen Anschauungen eine hinreichende Begründung finden lasse, daß weder die Naturforschung noch die Kulturgeschichte für die Rassentheorie eine feste Basis liefere. Notwendig müsse der Rassenfanatiker dem Determinismus huldigen und eine Unfreiheit des Denkens und Wollens voraussetzen. In Wirklichkeit werde aber der Mensch durch Erziehung, Umgebung, durch das „Milieu" weit mehr beeinflußt als durch die Abstammung. Suchen die Rassentheoretiker die Erziehbarkeit der Menschen als „Postulat des Liberalismus" zu diskreditiren, so darf man ihnen entgegenhalten, daß die Verschiedenheit der Rassen ein Postulat der Eitelkeit sei. Entscheidend müßte das Verdick der Wissenschaft sein. Wissenschaftlich sei die Frage ob die Juden eine Rasse bilden, erst dann zu stellen, sobald die Wissenschaft sich über das, was als Kennzeichen einer Rasse anzusehen sei, klar geworden ist. Der Wunsch, den Namen Jude als Ehrennamen zu tragen, dürfe nicht dahin führen, uns zu den Ergebnissen der Wissenschaft in Widerspruch zu setzen. — Nachdem lebhafter Beifall dem Vortragenden gezollt worden, wurde ihm von dem Vorsitzenden auch im Namen des Vorstandes für seine interessanten Ausführungen gedankt. Hierauf erstattete Herr Rechtsanwalt Br. M. Horwitz den Jahresbericht, in dem zunächst einer ganzen Reihe von hervorragenden und um die Vereinssache verdienten Mitgliedern, die im verflossenen Geschäftsjahre aus dem Leben geschieden sind, in ehrender Weise gedacht wurde. In diesen Nachrufen wurden erwähnt: das Vorstandsmitglied Geheimer Medizinalrat Professor Br. Julius Wolfs, Großherzogl. Weimar. Landesrabbiner Br. Salzer, Rentier Eugen Rosenstiel, Br. Piza- Hamburg, Jacob Steinberg - Münster, Geheimer Justizrat Orgler, Ehrenbürger von Posen, M. W. Hinrichsen-Hamburg, Albert Hirschland - Essen-Berlin (dessen Wittwe in Erinnerung an den regen Anteil, den der Verstorbene an unseren Bestrebungen genommen, durch eine Stiftung von 1000 Mk. demselben die immerwährende Mitgliedschaft sicherte), Professor Br. A. Fels-Hamburg, Oberstabsarzt Br. Rosenzweig-Karlsruhe O.-Schl., Jacob Kaufmann- Crefeld, Magistratsrat Kommerzienrat Mich. Kohn-Nürnberg, Justizrar Br. E. Apolant-Berlin, Marcus Wasbutzki-Tilsit, Kommerzienrat Gottfried Herzfeld-Hannover, Salomon Weigert-Breslau, Bankier August Dur-Hildesheim und Rabbiner Br. Blumenthal-Ratibor. Auch mehrerer Andersgläubiger, welche dem Verein bezw. seinen Bestrebungen nahe gestanden oder als Menschenfreunde ähnliche Ziele ver-

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