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Im deutschen Reich · 1903-03-01 · Heft 3 (März 1903) · p. 238

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 3 (März 1903)
Article
Stuttgart
Date
1903-03-01
Page
238 (sequence 2)
Language
German
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238 Im deutschen Reich. zum Beweise dafür zur Sprache, daß auch in Württemberg für die Juden keineswegs ideale Verhältnisse bestehen, daß insbesondere die richtige Bewertung der Ethik des Judentums und der moralischen Qualitäten seiner Bekenner hierzulande noch viel zu wünschen übrig lasse. Er machte ganz besonders darauf aufmerksam, daß jedes Vereins- Mitglied allmonatlich die Zeitschrift „Im deutschen Reich", unentgeltlich erhalte. Der Vorsitzende teilte sodann noch mit, daß das einladende Komitee beschlossen habe die erforderlichen Maßregeln zur Verbreitung der Vereinsorganisation über ganz Württemberg in Erwägung zu ziehen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen, welche zahlreiche Beitrittserklärungen zur Folge hatte und, wie zu wünschen und hoffen ist den Anstoß zu einem kräftigen Aufblühen des Centralvereins in Württemberg gegeben haben wird. Karlsruhe i B., 1. März. Bei der Beifetzungsfeier des verstorbenen badischen Staatsministers vr. Wilhelm Nokk hielt als Vertreter des Oberrates und der israelitischen Synode Badens Oberregierungsrat I)r. Mayer eine Grabrede, in welcher dem Dahingeschiedenen für fein Wirken der innigste Dank ansgedrückt wurde. Dieser war so der Ausdruck der aufrichtigsten Gefühle der badischen Israeliten, da unter dem Einflüsse Nokks die Verwaltung der israelitischen Kultusangelegenheiten Regierungssache geworden ist und gleich derjenigen der anderen Bekenntnisse jene sestgeregelte Gestalt angenommen hat, welche die Juden mancher anderen Länder noch vergeblich ersehnen. # Mainz, 18. März. Am 9. verschied hier im 62. Lebensjahre Herr Bernard Albert Mayer, der, als Sohn eines hiesigen jüdischen Lehrers geboren, sich zu einem der angesehensten Bürger von Mainz emporarbeitete, hier in Pforzheim gemeinschaftlich mit seinem Bruder eine Bijouterie- und Silberwaren - Fabrik betrieb, welche hunderte von Arbeitern beschäftigt. Bernard Albert Mayer hat als Begründer der hiesigen Bnay-Brith-Loge und als erster Präsident derselben, sowie als Central - Vereins - Mitglied stets ein warmes Interesse für jüdische Angelegenheiten bekundet. Die „Mainzer Neuesten Nachrichten" berichten über seine Beerdigung: „Eine unübersehbare Menschenmenge aus allen Kreisen der Stadt folgte dem Leichenwagen, dem 80 Lehrlinge der Fabrik Trauerkränze und Palmen- Arrangements vorantrugen. Der Turnverein von 1817 ging mit seiner Fahne dem Leichenzuge voraus. Auf dem Friedhose sprach Rabbiner Dr. Salseld ergreifende Worte des Nachrufs; Herr Wisloch- Franksurt a. M. sprach im Namen der Logen, im Namen des- Israeli-

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