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Im deutschen Reich · 1903-03-01 · Heft 3 (März 1903) · p. 237

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 3 (März 1903)
Article
Leipzig
Date
1903-03-01
Page
237 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen- 287 Stadtverordneten vereitelt und sich hierbei wohl nur aus dem Grunde dem Willen der Antisemiten unterworfen, damit Leipzig nicht vom .Hasse" verschont bleibe. ± Stuttgart, 1. März. Am 26. Februar d. I. fand hier im großen Saal des Bürgermuseums eine Versammlung des Central- Lereins statt, Zu der Herr Rechtsanwalt vr. Horwitz aus Berlin erschienen war. Die Versammlung war so zahlreich besucht, daß der große Saal des Bürgermuseums beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt war. Herr Bankier Max Hausmeister, welcher den Vorsitz übernommen hatte, leitete die Versammlung durch eine treffliche Ansprache ein, in welcher er die Verdienste des Centralvereins und seines Vorstandes hervorhob und den Beitritt zum Verein als Ehrenpflicht der Glaubensgenossen in Württemberg erklärte, wenn auch und gerade weil hier zu Lande die Verhältnisse besser seien, als im Norden Deutschlands. Hierauf legte in schwungvollen Ausführungen Herr Du. Horwitz die Entstehung, die bisherige Tätigkeit und die Zwecke und Ziele des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens dar. Gegenüber den wider den Verein verschiedentlich erhobenen Einwänden wies er energisch daraus hin, daß man mit Leisetreterei nichts erreiche und gegenüber den öffentlichen Angriffen aus unsere staatsbürgerliche Stellung auch eine öffentliche Abwehr am Platze sei. Wenn der Verein gegen die Verleumdungen und Beschimpfungen der Juden und des Judentums durch die antisemitische Presse die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anrufe und gerade hierdurch schon viele Erfolge erzielt habe, geschehe dies mit Fug und Recht. Der Redner führte ferner aus, daß der Verein Glaubensgenossen jeder religiösen, politischen und sozialen Stellung umfasse und bestrebt sei, womöglich alle deutschen Juden zu gewinnen, da die Stimme des Vereins, wenn er die Gesamtheit der deutschen Juden hinter sich habe, nicht ungehort verhallen könne. Mit einem begeisternden Appell an die anwesenden Nichtmitglieder, dem Vereine beizutreten, damit jeder einzelne sich sagen könne, auch er trage sein Scherflein zu dem großen Werke bei, schloß der Vortragende unter dem stürmischen Beifall der gesamten Zuhörerschaft. Eine Anfrage des Herrn Ernst Rosenstein über die bekannte „Bibel und Babels- Angelegenheit beantwortete Herr Do. Horwitz dahin, daß der Central-Derein als solcher keinen Anlaß finde, hierzu Stellung zu nehmen, und in voller Anerkennung der Freiheit der Wissenschaft nur da einzugreifen habe-, wo es Aich um antisemitische Angriffe auf das Judentum handle. Herr Dr. Feldmann brachte einige Vorkommnisse und Tatsachen

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