Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- Potsdam
- Date
- 1903-03-01
- Page
- 233 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 233 Rabbiner Dr. RosenZweig. Die Beisetzung erfolgte auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee. ch Potsdam, 10. Marz. In der SchächLfrage ist es hier zu einem Konflikt zwischen dem Magistrat und dem Stadtverordneten- Kollegium gekommen, welches mit Stimmenmehrheit ein Schächtverbot für das städtische Schlachthaus beschlossen, welches der Magistrat durchzusühren zögert. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten erinnerte der Stadtv. Froelich daran, daß schon wieder einige Monate ins Feld gegangen seien, ohne daß der Magistrat die bereits zweimal mit sehr großer Mehrheit gefaßten Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung respektiere: Zum Spaß säßen doch die Stadtverordneten nicht hier und er wünsche, daß nunmehr einfach der Magistrat verklagt werde. Redner behauptete wiederum, daß das Schächten eine Tierquälerei sei und daß religiöse Bedenken gegen ein SchächtverboL gar nicht vorliegen! (?) Er habe eine große Anzahl von Aussprüchen erster Rabbiner (?) zur Hand, die alle besagen, daß von mosaischem Ritual keine Rede sein könne, vielmehr nur der Talmud dieses Ritual vorschreibe. Die Zögerung des Magistrats sei nur ein Kotau vor dem Judentum. Oberbürgermeister Jaehne erklärte, er werde schon in nächster Zeit Auskunft erteilen können: die Angelegenheit sei etwas zurückgeblieben durch seine Tätigkeit im Provinziallandtage. Stadtverordneter Arlt bat ebenfalls um Beschleunigung. Hoffentlich werden die städtischen Behörden von den „ersten Rabbinern", die von dem antisemitischen Redner Froelich als Eideshelfer bezeichnet wurden, erst noch Sachverständigen-GuLachten fordern, beziehentlich ihnen selbst Gelegenheit geben, über die einschlägigen Stellen im Pentateuch und dem Talmud sich vor Sachverständigen als Fachgelehrte zu äußern. Kt Magdeburg, 12. März. Die „Magdeburgische Zeitung" berichtet: „Der Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte zum 10. März in den Prunksaal des Cafe Hohenzollern eine Versammlung einberufen, um über Wege und Ziele des Centralvereins Aufklärung zu geben. Den Vortrag des Abends hielt der stellvertretende Vorsitzende des Centralvereins, Herr Justizrat Dr. Fuchs aus Berlin. Der Vertrauensmann des Vereins für Magdeburg Herr Max Kallmann eröffnete die von 200 Personen besuchte Versammlung, indem er zunächst dem Herrn Dr. Paul Wiesenthal das Wort zur Begrüßung erteilte.. Sodann nahm Herr Justizrat Dr. Fuchs das Wort. Er entwickelte inungefähr emstündiger Rede die Ursachen, die zur Begründung des