Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1903)
- Article
- S. R., Spandau
- Date
- 1903-02-01
- Page
- 193 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 19ä Geschäft." Der Verfasser jener Briese scheint nicht zu wissen, daß der dortige Vertreter des David'schen Geschäfts, ebenso wie derjenige des an anderer Stelle namhaft gemachten Tack'schen Geschäfts ein Christ ist und daß auch die übrigen Ausverkäufe keineswegs nur von jüdischen Geschäftsleuten angekündigt sind. Mit der Schlußbemerkung der „Deutschen Hochwacht" stimmen wir überein: „Wer an seiner deutsch-völkischen Ehre nicht zu fassen ist, der nehme wenigstens sein bischen Verstand her." E. L., Posen. Bekanntlich erklärte s. Z. der Hofprediger a. D. Adolf Stöcker, er könne sich nicht denken, daß sich ein Manu christlicher Abstammung ähnlicher Verbrechen wie Sternberg schuldig mache. Seitdem ist in die Oeffentlichkeit eine ganze Anzahl von „Sternbergereien" gedrungen, deren Urheber zweifellos christlichgermanischer Abkunft sind. Erst in allerletzter Zeit wurde der 68 Jahre alte Obermeister der Schuhmacher-Innung, Schumann, ein konservativ-antisemitischer Agitator, der einst sogar ein Reichstagsmandat erstrebte, wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen (tz 1758 Strafgesetzbuch) verhaftet. Noch schwerer belastet ist der dieser Tage verhaftete Landmesser Steldt, von dessen verbrecherischen Handlungen selbst die „Staatsbürger-Ztg." sagt: „Die Angaben der Mädchen über seine verbrecherische Handlungsweise ihnen gegenüber sind klipp und klar; die Straftaten reichen vier Jahre zurück." Das Strafverfahren gegen den neuen ,,Sternberg" wird voraussichtlich Herrn Stöcker dazu zwingen, seinen Gedankenkreis bezüglich der „Sternbergerei" von Männern christlicher Abstammung und von seinen politischen Gesinnungsgenossen etwas zu erweitern. L. K., Hamburg. Die „Staatsbürger-Zeitung", die sich in Malicen über den Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, Ballin, erschöpfte und jede ihm zu teil gewordene Auszeichnung bekrittelte, weiß dennoch offenbar sich mit dem Berliner Vertreter dieser Linie H. Gröngröft gut zu stellen, da sie die gutbezahlten Inserate der Gesellschaft regelmäßigerhält. Das blon ölet! spielt in der „Handelsstätte" der Friedrichstraße eine große Rolle. Dr. L. irr Berlin, A. R. in R., Dr. M. K. u. a. nt., Berlin. Gewiß war die gesamte liberale Presse zum 10jährigen Stiftungsfeste des Centralvereines eingeladen. Wenn Sie einen Bericht in der von Ihnen gehaltenen „Dofs. Ztg." vermißt haben, so wird der Grund dafür wohl nur in äußeren Umständen zu suchen sein. C. C., Chemnitz.. Es giebt auch in Tirol Zeitungen, die nicht dem Antisemitismus huldigen. Der in Innsbruck erscheinende