Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1903)
- Article
- H. M., Stettin
- Date
- 1903-01-01
- Page
- 113 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten Der Redaktion. 113 vor streng religiösen christlichen Mitbürgern, die ihre Kinder und Enkel ihrem Bekenntnisse treu erhalten sehen wollen. Darin liegt sicher kein Antisemitismus. O. D., Straßburg i. E. Wir können natürlich nicht wissen, wer Herr H. in Straßburg ist, den die Briefkasten-Notiz der „Staatsbürger-Zeitung" dom 20. v. M. angeht. Uns ist nur der Schlußsatz jener Notiz ausgefallen: „Ihre Hinweise auf die Verbindung zwischen dem KoniHer Mord und dem Zolltarif, d. h. auf die Art, wie die Judenpresse die Aufmerksamkeit von unangenehmen Begleiterscheinungen im Konitzer Morde durch den Lärm um den Zolltarif abzulenken suchte, haben uns ganz besonders interessiert." In diesen Worten wie in anderen ähnlichen Aeußerungen bekundet sich anscheinend eine nervöse Angst, daß die Untersuchungsbehörden doch noch aus die durch die antisemitischen Machenschaften nahezu verwischten Spuren des Verbrechers kommen könnten, der im Konitzer Kreise über so viele unschuldigen Menschen unsagbares Unheil gebracht hat. V. G., Colrr. In dem Buche „Bismarck als Erzieher" hat Paul Dehn wenig Neues gebracht. Daß Bismarck einmal nicht nur die Minister Friedenthal und Falk, sondern sogar auch den Parlamentarier Heinrich Rickert als Juden bezeichnet haben soll, ist schon durch die Tagebuchblätter von Busch bekannt worden. Rickert selbst hat es unseres Wissens unter seiner Würde gehalten, gegen diese — sagen wir — irrtümliche Bezeichnung zu protestieren. Th. C., Hamburg. Dem englischen Chauvinisten Rudyard Kipling ist von Wildenbruch, also von berufenerer Seite heimgeleuchtet worden als von dem Poeten des dortigen antisemitischen „Deutschen Blattes", das wohl nur jenes Gedicht brachte, um seinen Lesern glauben zu machen, der deutsch-feindliche Engländer sei wirklich ein „Judenstämmling." Lassen Sie ihm doch das kindliche Vergnügen! L. D., Dresden. Die Tragödie am sächsischen Königshofe haben Gras Pückler und Wilhelm Bruhrr auch mit der „Judenfrage" in Beziehung zu bringen versucht. Mit Leuten, die logisch denken, rechnen diese Politiker nicht. In dem Neujahrs-Artikel Bruhns und in der Neujahrs-Rede Pücklers wird der gleiche Fäden gesponnen; es ist zwar Wahnsinn, aber in diesem Wahnsinn liegt Methode! Daß Pückler den deutschen Fürsten Verzeihung für den Fall anbietet,