Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1903)
- Article
- A. R., Berlin
- Date
- 1903-01-01
- Page
- 108 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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108 deutschen Reich. nationaler Dekomposition sein sollen, also aus einen von dem großen Gelehrten selbst später wegen des damit getriebenen Mißbrauchs zurückgezogenen Ausspruch. In gewissem Sinne mögen ja die Juden durch ihre Emsigkeit und Intelligenz der ,,Sauerteig der Nationen" sein; sie fördern dann ihren Aufschwung und Fortschritt. Nur wo die Nationen bereits in der Auflösung begriffen sind, kann ein solcher Sauerteig die ,,Dekomposition" beschleunigen. Das Deutsche Reich ist aber lebenskräftig; es wird deshalb die ,,Kinderkrankheit des Antisemitismus" überwinden und dann durch den einprozentigen jüdischen Zusatz gleichberechtigter Bewerber auf allen Gebieten nicht nur zersetzt, sondern wesentlich gestärkt werden. I. ©♦, Berlin. Die in dem „Berliner Tageblatt" unter der Ueberschnst „Ostdeutsche Beamtensünden" besprochene Angelegenheit ist in der Umschau dieses Heftes behandelt. Der Tageblatt-Artikel läßt leider die Deutung zu,- die ihm die „Kreuz-Zeitung" giebt, ist aber sicher anders gemeint, als der ihm von dem frommen Blatte, sowie von der „Post" und der „Staatsbürger-Zeitung" beigelegte Sinn. In den meisten Fällen haben die Juden mit den Deutschen gestimmt und stellenweise den Ausschlag gegeben. Zutreffend ist sicherlich der Teil des Artikels im „Tageblatt", daß weite protestantische Kreise alles, was nicht protestantisch ist, auch nicht für „national" halten. Wir können solchen Behauptungen gegenüber immer nur wiederholen, daß wir stets Inden und stets „deutsch bis auf die Knochen" sind und bleiben werden. Die „Staatsbürger Z.itung" aber möchten wir daran erinnern, daß der ihnen nahestehende Herr Bruhn im Wahlkreise Meseritz-Bomst die deutsche Kandidatur gefährdet und für die Stichwahl den Polen zur Wahl empfohlen hat. Wenn solche Leute nun gar selbst in die Stichwahl kommen oder überhaupt zur Wahl stehen, dann wird jeder Verständige einsehen, daß es bei aller treu-deutschen Gesinnung einem Juden unmöglich ist, einen solchen Kandidaten zu wählen. Die Wahlmacher müssen aus die jüdischen Deutschen soviel Rücksicht nehmen, daß sie nicht einen Antisemiten aufstellen. — Für einen Artikel des „Berliner Tageblatt" „die Juden" verantwortlich machen zu wollen, ist das bekannte Taschenspielerkunststück der Antisemiten, auf das wir nicht reagieren. G. C., Berlin. Der unter der Devise „Die Reickshauptstadt Berlin wieder eine deutsche Stadt" verbreitete Aufruf wird als eine antisemitische Geschäftsmache gewohnter Art kaum irgendwelche Wirkung haben. Wenn durch die Lektüre der „Staatsbürger-Ztg.", der „Post", der „Kreuz-Ztg." und des „Reichsboten"