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Im deutschen Reich · 1903-01-01 · Heft 1 (Januar 1903) · p. 97

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 1 (Januar 1903)
Article
Danzig
Date
1903-01-01
Page
97 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 97 wortet. Bei der oft bewährten Energie der die Interessen unserer Glaubensgenossen und die Vereinssache hier vertretenden maßgebenden Personen ist zu erwarten, daß die Gründung der Ortsgruppe alsbald erfolgen und sich in dieser eine anregende und die Vereinssache fördernde Tätigkeit entwickeln wird. Nach Schluß der Versammlung Zeichneten sich in die ausliegenden Listen sofort fast 100 neue Mitglieder ein, denen zweifellos bald noch ebensoviel und mehr folgen werden. co Königsberg i Pr., 23. Januar. Die „Königsberger Allg. Ztg." schreibt: „Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte zu Mittwoch Abend nach dem Artushos eine Versammlung einberufen, welche sich eines sehr starken Besuches zu erfreuen hatte. Namens des vorbereitenden Komitees eröffnete Herr Stadt rat Magnus dieselbe. Die Bevölkerung hier in Ostpreußen sei bezüglich des jüdischen Glaubens sehr vorurteilsfrei, man arbeite hier bei gegenseitiger Wertschätzung gemeinsam miteinander. Große Vereinigungen überall seien aber ein Zeichen der Zeit und scheinen gern gesehen zu werden, wie ja auch ein Vorwurf des Handelsministers Möller gegenüber Dem Handelsstand beweise, der es nicht verstehe, sich Geltung zu verschaffen, weil ihm solche großen Vereinigungen fehlten. Da dürften denn auch die jüdischen deutschen Staatsbürger hier im Osten nicht zögern, sich dem Centralvereine anzuschließen, schon um vorzubeugen. Es erhielt darauf Herr Justizrat I)n. E. Fuchs-Berlin das Wort. Er sei nicht gekommen, den konfessionellen Frieden zu stören. Ter Centralverein sei kein Hetzverein, er sei ein Kind der Abwehr, entstanden zu Anfang der 90 er Jahre mit der Devise: Abwehr! Nur die durch das Gesetz von 1869 Den jüdischen Staatsbürgern verbrieften Rechte wolle er durchgeführt wissen; der Mensch solle durchweg nach dem Wert seiner Persönlichkeit bewertet werden. Der Verein umfasse jetzt mehr als 100000 deutsche Juden. Selbstverteidigung im vollen Lichte der Oeffentlichkeit und in geschlossener Kolonne wolle er üben, Daher umfasse er auch alle Juden ohne Unterschied ihrer religiösen oder politischen Richtung, Daher stehe er als ein Verein deutscher Staatsbürger fest auf dem Boden der deutschen Nationalität. Rechtsschutz und Aufklärung seien Mittel und Ziele des Vereins. Die antisemitische Bewegung sei nur durch eine Massenabwehr zurückzuweisen. Man könne' sehr wohl ein guter Deutscher und daneben auch ein guter Jude sein. Zum Schluß begrüßte Redner den Antisemitismus als diejenige Kraft, Die das Böse will und das Gute schafft, denn durch ihn sei der Jude sich seiner selbst bewußt geworden. Herr Stadtrat Magnus dankte Dem Redner und forderte zum Beitritt auf; Einigkeit täte not. An

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