Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1902)
- Article
- Max Ellguther [Rezension]
- Date
- 1902-12-01
- Page
- 723 (sequence 1)
- Language
- German
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SScherscha« Max Ellguther, Rabbiner in Neiße. Die soziale Gesetzgebung der Bibel. Separat-Abdruck aus dem 31. wissenschaftlichen Berichte der „Philomathie" zu Neiße. Neiße 1902. Verlag von F. Bär. Es ist bekannt, daß die traurigen Verhältnisse der letzten Jahrzehnte das Gute gezeitigt haben, daß sie Viele, die vom Judenthum nichts wußten, veranlaßt haben, sich um die Lehren und die Geschichte ihrer Religion zu kümmern, sei es auch nur, um auf die immer wiederholten Beschimpfungen und Verläumdungen des Judenthums eine Antwort zu finden. Daß es von da nur noch ein Schritt war, die Religion der Väter wieder lieben zu lernen und sie mit Treue und aus innigster Ueberzeugung zu bekennen, das hat gar mancher an sich erfahren, der früher allen religiösen Dingen glcichgiltig gegenüber stand. Es ist das große Verdienst der Literaturvereine und der Männer, die sie ins Leben gerufen haben, daß jetzt in vielen Gemeinden Gelegenheit geboten ist, über das Wesen des Judcnthums und die Geschichte seiner Bekenner Belehrung zu finden; die Vereine dürfen mit Recht das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, „einen neuen, einen festen Geist" unter den Juden erweckt zu haben. Nicht minder verdienstlich ist es aber, auch unsere andersgläubige Mitbürger, denen naturgemäß die Kenntniß des Alten Testaments und die richtige Würdigung der Religion Israels ferner liegt und die ihr Wissen vom Judenthum zum Teil nur durch antisemitische Pamphlete oder scheinbar „wissenschaftliche" Schriften vermittelt bekommen, darüber aufzuklären, was im Alten Testament in Wirklichkeit steht, was der Talmud, das Schreckgespenst, womit man die antisemitischen Kinder das Gruseln lehrt, wirklich ist, was es mit dem „Gott der Rache" und anderen Schlagwöriern auf sich hat, an die mancher ganz ehrlich glaubt, weil er nie sie hat bestreiten hören. Da es nicht jedermanns Sache ist, auf religiöse Streitfragen und theologische Erörterungen sich einzulasscn, ist es zweckmäßig, wie es der Verfasser der obigen Schrift gethan hat, Fragen des täglichen Lebens heraus-