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Im deutschen Reich · 1902-11-01 · Heft 11 (November 1902) · p. 662

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 11 (November 1902)
Article
H. C., Wie Treitschke citiert und Geschichte schreibt [Rezension]
Date
1902-11-01
Page
662 (sequence 2)
Language
German
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662 Im deutschen Reich hat sich auch in wisienschaftlichen Untersuchungen der letzten Jahre mehrfach gezeigt. Dennoch war es von H. Cin hohem Grade dankenswerth, daß er die queücnkritische Nachprüfung jener Treitschke'scken Ausführungen außer in der Tagespresse auch in der vorliegenden Schrift veröffentlicht hat. Wir wünschen ihr weiteste Verbreitung. Unsere Glaubensgenoffen können daraus ersehen, wie viel Leichtfertigkeit, Unwahrhaftigkcit und Bosheit oft in den gegen jüdische Personen erhobenen literarischen Vorwürfen steckt, selbst wo sie von sogenannten Leuchten der Wissenschaft ausaehen. Möge die Schrift aber auch denjenigen unserer andersgläubigen Mitbürger bekannt werden, welche von Wahrheitsliebe erfüllt, sich mit der Geschichte jener traurigen Reaktionsperiode beschäftigen, die dem großen nationalen Aufschwünge der Freiheitskriege folgte! 6. Theodor Franzen, die Geschickte der Juden (Deutsch-sociale Blätter vom 4. und 11. September 1902.) Eine Erwähnung verdient dies Elaborat des Herrn Franzen höchstens insofern, als es zeigt, wie geringe Ansprüche der für den Befähigungsnachweis schwärmende Reichstags-Abgeordnete Liebermann von Sonnenberg an die allgemeine und Fachbildung der Mitarbeiter feiner Zeitschrift stellt. Die Qualisikation Franzens zum Historiker ist in dieser Zeitschrift*) schon genügend bei Besprechung seiner Arbeit über die Geschichte der Juden in Cöln festgestcllt worden. Hier sei nur Scherzes halber erwähnt, daß Franzen auf S. 410 des vorliegenden Aufsatzes den Stifter unserer Glaubensgemeinschaft Mosis nicht nur für einen Mischling erklärt, sondern auch behauptet, daß er seine „besseren Gefühle von dem arischen Theile seiner Eltern ererbt" habe. Die alten Aegypter hält er also für Arier. Ich glaube, daß jedes Sachverständigencolleg, auch ein lediglich aus antisemitischen Historikern bestehendes, bei dem Herr Franzen als Gesinnungsgenosse vielleicht einen Stein im Brett hätte, ihm einstimmig die Befähigung zum Historiker absprechen würde. - G. Bei der Redaktion ist eingegangen: Paul Laöker. Ueber Aus- und Rückwanderung. Vortrag gehalten in der Henry Jöncs-Loge in Hamburg. Preis 50 Pf. Der Ertrag der Broschüre wird zum Besten der Hamburg *) Im Deutschen Reich, Heft 12, Jahrgang 1901, S. 700 ff.

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