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Im deutschen Reich · 1902-11-01 · Heft 11 (November 1902) · p. 637

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 11 (November 1902)
Article
Woldenberg (N.-M.)
Date
1902-11-01
Page
637 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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.llorresvondenzen- 637 gebende Personen, sondern daß Neu-Hochzcit jenseits der Drage und im Regierungsbezirk Bromberg liegt, während Hochzeit zum Regierungsbezirk Frankfurt a/O. gehört. Ar« Neiße, 3. November. Die „Reißer Ztg." berichtet über das traurige Schicksal eines Convertiten: „Der Kandidat des evangel. Prcdigtamtes, Bernstein, Sohn eines Rabbiners in Rußland, 1883 durch Professor 1)r. Christlieb in Bonn getauft, hat 1886 das erste theologische Examen bestanden und ist seitdem, weil er nicht naturalisiert ist, zum zweiten Examen nicht zugelassen und nicht ordiniert. Auf eine Immediateingabe ist ihm durch den Kultusminister der Bescheid zugegangen, daß seine früheren Entscheidungen vom 10. Oktober 1899 und 22. Januar 1900 einer festen Praxis entsprechen, nach welcher diesseits davon abgesehen wird, die Annahme von Kandidaten aus anderen landeskirchlichen Gemeinschaften gegen den Wunsch der zuständigen Konsistorialbeherde im Aufsichtswege herbeizuführen." — Berliner Blätter berichten über den Fall, der für manchen Fahnenflüchtigen recht lehrreich ist, noch Folgendes: „Nun hat sich Herr Bernstein an den Oberkirchenrath mit einer Eingabe gewandt, in der er am Schluffe sagt: „Ich bin fest überzeugt, daß, wenn ich mich durch die öffentlichen Blätter mit einem Appell an die Thierschutzvereine wendete, die würden mir die Hilfe nicht versagen, die edle Menschen herrenlosen und verhungernden Thieren nicht versagen."? Könitz, 8. November. Vom hiesigen Schöffengericht wurde gestern der Redakteur und Verleger des antisemitischen „Konitzer Tageblatts", Julius Lehmann wegen öffentlicher Beleidigung des Zeitungö-Berichtserstatters Hermann Rauch aus Rixdorf zu 20 Mk. Geldstrafe eventl. 4 Tagen Haft verurtheilt. Gleichzeitig ist dem Beleidigten die Publikationsbefugniß zugefprcchen worden. n* Angerburg. Zu der am 16. v. Mts. hier vom „Deutsch - nationalen Handlnngsgehilfen-Verband" veranstalteten Versammlung fanden sich 40 Personen ein, 10 Prinzipale (darunter 8 jüdische) und 30 christliche junge Leute. Nachdem der Vorsitzende dem Vertreter des Verbandes, Herrn Elberding aus Elberfeld, das Wort ertheilt hatte, sprach dieser in einem fast zweistündigen Vortrage über die Vortheile, die der Verein den Angestellten biete. Der Rednererwähnte aber die antisemitischen Tendenzen des Vereins mit keinem Worte und forderte schließlich die anwesenden jungen Leute auf, sofort die ausgelegten Mitgliederkarten zu unterzeichnen. Hiergegen protestierte ein anwesender hiesiger Kaufmann, indem er zugleich die jungen Leute aufforderte, zuerst seine Entgegnung abzuwarten. Er führte dann

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