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Im deutschen Reich · 1902-10-01 · Heft 10 (Oktober 1902) · p. 592

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 10 (Oktober 1902)
Article
O. L., Stettin
Date
1902-10-01
Page
592 (sequence 2)
Language
German
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592 Im deutsches Reich. das Tivoli-Programm suspendiert ist, und daß das Judenthum beute übermütbiger und machtvoller ist als je. In Erwägung dieser Umstände würden wir den Uebergang der Führergeschäfte in die Hände eines wirklich entschlossenen Mannes dankbar begrüßen. Im übrigen wünschen wir Herrn von Levetzow baldige Genesung und einen noch recht langen und ungetrübten Lebensabende G. L., Duisburg. Die Notiz „Adelige Heirath" im „Berliner Tageblatt" vom 18. Sept. d. Js. ist allerdings für die Gesinnung gewisser Kreise bezeichnend. Der 28 Jahre alte gräfliche Gutsbesitzer mit der „vornehmen Erscheinung", der zwecks Heirath eine sofortige Verbindung mit einer Dame aus Millionärskreisen sucht, und „auch Israeliten als angenehm" bezeichnet, kann trotz seiner Duldsamkeit gegen Millionärskreise ein oftelbischer blaublütiger Agrarier sein. Die Adresse Nürnberg hat er vielleicht nur deshalb angegeben, weil ihm für die vortheilhafte Verwerthung des Grafenkrön che ns dieser Stapelplatz der Spielwaarenindustrie besonders geeignet schien. In den „Jmpressions"-Kreisen wird er schon Abnehmer sinden. P. K., Frankfurt a. M. Dem Vorsitzenden des Deutschen Bankiertages ging hier ein Schreiben zu, in dem ibm eine Resolution des Eisenacher Parteitages der „Deutsch-sozialen Reformpartei" übermittelt wurde, welche dem Bankiertag empfahl, folgenden Fragen näher zu treten: „a. Wie können Treu und Glauben in Handel und Wandel, besonders soweit Geld-, Kredit- und Fondsmarkt in Betracht kommen, wieder hergestellt werden? d. Welche Maßnahmen gedenken die Börsenkreise zu ergreifen, um dem sparenden Privatpublikum die Verluste zu ersetzen, die sie ihm durch ihre der letzten Kri'sis voraufgegangenen Raubzüge zugefügt haben? c. Beabsichtigen die Börsenkreise, in Zukunft das Eindringen zweifelhafter Elemente in ihre Mitte zu verhindern und auf welche Weise? d. Wie wollen die Kreise der Börse und Großfinanz die berechtigte öffentliche Mißachtung, die jetzt auf ihnen lastet, tilgen und sich bezüglich ihrer Berufsehre auf eine Stufe mit den anderen Ständen erheben? e. Insbesondere: Wie kann der jüdische Geist in den Kreisen der Börse und der Großfinanz bekämpft werden, ohne die Juden hinäuszuwerfen?" — Der Vorsitzende des Bankiertages hat in der letzten Sitzung von dieser Erklärung gesagt, sie sei in Form und Inhalt ganz und gar unwürdig, müsse deshalb unbeachtet bleiben und werde nicht einmal den Akten einverleibt werden. Hätte sich der Bankiertag mit dieser Resolution eingehend beschäftigt, so würde er auf Grund der Erfahrungen des letzten Jahres zweifellos-haben erklären müssen, daß

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