Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 9 (September 1902)
- Article
- C. C. Danzig
- Date
- 1902-09-01
- Page
- 525 (sequence 1)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 525 C. C. Danzig. Der von dem bekannten Antisemiten Röhl redigierte „Bütower Anzeiger" enthielt am 19. August d. I. folgende Anzeige: „Die Verlobung unserer Tochter Rosa mit dem Kaufmann Sally Jsaack aus Gilgenburg beehren wir uns ganz ergebenst anzuzeigen. Lobsens, im August 1902. Jtzig Scholem und Frau." Am 6. September kündigte im Röhlschen Blatte das Pferdegeschäft Emil Lewy einen „Transport ostpreußischer Fohlen" an. Herr Röhl verhöhnt im vorderen Theil seines Blattes ruhig die Leute weiter, die ihm den Anzeigentheil einträglich machen. Traurig genug, das; solche Glaubensgenossen den Herren Bruhn und Röhl Recht geben! C. K. Düsseldorf. Der Unhold, welcher den grauenhaften Mord in Heiligenhaus im Rheinland verübte — er führt den Namen Saßmannshausen — hat eingcstanden, daß er seinen Freund, mit dem er in seiner Wohnung Vormittags gezecht habe und dann in einen Streit gerathen sei, getödtet und die Leiche zunächst im Garten vergraben habe. Am nächsten Tage schleppte der Mörder alsdann die Leiche in den Keller seiner Behausung, woselbst er dieselbe kunstgerecht zerstückelte, die Weichtheile verbrannte, den Kopf, die Beine und die Arme aber im Garten verscharrte. Dort wurden die verscharrten Körpertheile von der Polizei aufgefunden. Als der Mörder zu den Leichentheilen geführt wurde, gab er sein vorheriges hartnäckiges Leugnen auf. Die Frau Saßmannshausens ist unter dem Verdacht, ihrem Manne Beihilfe geleistet zu haben, verhaftet worden. Das „kunstgerechte Zerstückeln" läßt ahnen, daß sich der Mörder, der doch später vor den Körpertheilen zurückschreckte, sich dieser schauderhaften Arbeit nur deshalb unterzogen hatte, um den Verdacht in der seit Skurz und Könitz durch die antisemitische Presie in breitester Weise geschilderten Art von sich abzulenken. D. M. Leipzig. Die Deklamationen der antisemitischen Presse gegen die „jüdischen" Banken und Gründungen melden durch alle diese Vorgänge in trefflicher Weise illustriert. Wenn irgend eine Unternehmung zu allen Zeiten frei von irgendwelchen jüdischen Einflüssen war, so war dies die Dresdener „Spar- und Vorschußbank", lieber diese Bank wird dem „Bert. Tagebl." aus Dresden geschrieben: „Das seit Anfang Dezember vorigen Jahres schwebende Konkursverfahren ist nunmebr so weit gediehen, daß eine Schlußfolgerung über das Resultat zulässig erscheint. Voraussichtlich werden nur 30 pEt. unter die 7000 Einleger vertheilt werden, während restliche 70 pCt. als verloren gelten können. Schwer zu beurtheilen ist es, ob sich ein besseres Resultat erzielen lassen wird für die „Ein-